Thielemanns Götterdämmerung: Musikgeschichte
- Veit Störmer
- hace 22 horas
- 14 min de lectura
Götterdämmerung, Richard Wagner
09.08.2026
Bayreuther Festspiele
Musikalische Leitung: Christian Thielemann, Kurator: Marcus Lobbes
Siegfried: Klaus Florian Vogt, Gunther: Michael Kupfer-Radecky, Alberich: Jochen Schmeckenbecher, Hagen: Mika Kares, Brünnhilde: Camilla Nylund, Gutrune / 3. Norn: Magdalena Hinterdobler, Waltraute: Christa Mayer, 1. Norn: Anna Kissjudit, 2. Norn: Alexandra Ionis, Woglinde: Katharina Konradi, Wellgunde: Natalia Skrycka, Floßhilde: Marie Henriette Reinhold
Ein Ring, der musikalisch Geschichte geschrieben hat
Christian Thielemann war an diesem Abend sehr fix unterwegs. Schon die Nornenszene war intensiv und dramatisch verdichtet, Sängerinnen und Orchester fusionierten miteinander. Das funktionierte hervorragend. Häufig führte das Blech durch die einzelnen Passagen und gab der Musik eine klare Richtung.
Besser als das Morgengrauen kann man es kaum spielen. Das war diesmal kein generisches Crescendo, bei dem es einfach nur immer lauter wird. Melodische Schleife für melodische Schleife wurde das Orchester dicker und der Klang größer, bis sich schließlich das Siegfried-Motiv, von den Trompeten geführt, im gesamten Festspielhaus ausbreitete. Zwischendurch gab es den einen oder anderen kleinen Tempo-Streit mit der Brünnhilde des Abends. Aber auch davon lebt so ein Abend.
Die eigentliche dramatische Zuspitzung gelang Thielemann in der Waltrauten-Szene. Das durchgehende, hervorgehobene Pochen der Pauken, dazu dieses Aufblähen einzelner Passagen, die anschließend wieder im Piano verschwanden: Das war musikalisch ungemein spannend und dramatisch.
Im Racheterzett wiederum ließ Thielemann den Sängern sehr viel Raum. Zwischen den Gesangspassagen brach das Orchester dafür umso heftiger hervor. So entstand die Dramatik nicht dadurch, dass permanent alles laut gespielt wurde, sondern durch die Gegensätze.
Der Trauermarsch war intensiv. Was vergleichsweise sehr schnell begann, wurde nach und nach beinahe ins Nichts ausgemerzt. Es wurde langsamer, leiser und schicksalsträchtiger, dann plötzlich wieder lauter. Ein echtes Wechselbad der Gefühle. Der Körper wusste irgendwann nicht mehr, wohin mit sich, und dem ganzen Saal blieb der Atem weg. Außer der Frau neben mir, die durchgehend wie ein trächtiges Pferd geschnaubt hat.
Der Schlussgesang mit Thielemanns berüchtigter Generalpause war dann kaum noch zu übertreffen. Gerade nach den drei vorangegangenen Abenden wirkte dieser Moment wie der musikalische Endpunkt dessen, was Thielemann mit diesem Ring aufgebaut hatte.
Dieser Ring hat trotz allem, was außen herum passiert ist, Geschichte geschrieben, vor allem musikalisch. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man in einigen Jahren auf diese Aufführungen zurückblicken und froh sein wird, ein Teil davon gewesen zu sein.
Der Götterdämmerungs-Siegfried ist für Vogt gemacht
Der Götterdämmerungs-Siegfried scheint für Klaus Florian Vogts Stimme geschrieben zu sein. Mittlerweile besitzt seine Stimme eine unglaubliche Dramatik, ohne etwas von der Süße verloren zu haben, die sie schon immer ausgezeichnet hat. Gerade diese Partie liegt ihm hervorragend. Sie gibt ihm viel Raum zur Gestaltung, und genau den nutzt er.
Vogt muss diesen Siegfried nicht durch die Partie stemmen. Er kann singen, gestalten und mit seiner Stimme spielen. Das Lyrische bleibt immer erhalten, gleichzeitig besitzt er inzwischen die nötige dramatische Kraft für die großen Stellen. Genau diese Verbindung macht ihn in dieser Rolle so besonders.
Umso schade ist es, dass wir Vogt in Bayreuth nicht mehr als Siegfried hören werden. Für mich ist das eine Traumbesetzung, gerade weil er lyrisches und dramatisches Fach so selbstverständlich miteinander verbindet.
Eine Brünnhilde, die nicht schreien muss
Vielleicht funktionieren Vogt und Camilla Nylund auch deshalb so gut zusammen. Beide verbinden das lyrische mit dem dramatischen Fach, ohne ihre Stimmen künstlich größer machen zu wollen.
Nylund singt ihre Brünnhilde mit einem anderen Ansatz, als ihn vermutlich einige im Publikum erwartet haben. Sie ist eben nicht einfach nur laut. Manchmal nimmt sie die Stimme ganz weit zurück und singt erstaunlich leise. Auch ihre Ausbrüche im zweiten Akt sind kein Geschrei, sondern wirklich aufgeladen. Die Dramatik kommt von innen und aus der Gestaltung, nicht nur aus dem Volumen.
Besonders im Schlussgesang zeigte sich das. Nylund sang ihn unglaublich nuanciert, mit vielen Abstufungen und Farben. Das passte einfach in das weiche und musikalische Gesamtbild dieses Rings. Gerade weil sie nicht versucht, jede Phrase hochdramatisch aufzuladen, bekommen die großen Ausbrüche umso mehr Wirkung.
Ein schwerer Hagen
Mika Kares war an diesem Abend deutlich besser in Form als in den Tagen zuvor. Hagen ist eben auch eine seiner Paraderollen. Er singt ihn schwer und dunkel, mit viel stimmlichem Gewicht.
Vieles ist genau durchdacht, der Text hervorragend verständlich. Besonders sein Monolog im ersten Akt war angsteinflößend und gleichzeitig unglaublich flexibel gestaltet. Kares kann mit dieser Stimme sehr viel machen.
Ab und zu hätte man sich trotzdem noch die eine oder andere zusätzliche Farbe gewünscht. Er zieht seinen Hagen vom Anfang bis zum Ende sehr konsequent durch. Das funktioniert, macht die Figur stellenweise aber auch etwas gleichförmig.
Ein Sahnetag für Michael Kupfer-Radecky
Michael Kupfer-Radecky hatte einen Sahnetag. Man kennt diese sehr metallische, männliche und wuchtige Stimme inzwischen gut. An diesem Abend zeigte er aber noch einmal eine ganz andere Seite.
Vielleicht vom restlichen Ensemble angestachelt, sang er plötzlich wunderbar sanft, lyrisch und melodisch. Dann kam wieder die bekannte metallische Wucht, und am Ende klang Gunther tatsächlich wie ein gebrochener Mann. Genau diese Wechsel machten seine Gestaltung so interessant. Gerne mehr davon!
Christa Mayer ist eine lebende Legende!
Was war das für eine Waltraute. Es wirkte fast so, als würde all ihre Bayreuth-Erfahrung in diese eine Szene fließen. Die Registerwechsel, das ständige Spiel mit der Dynamik, die Pausen: Mayer sang die Rolle nicht einfach, sie gestaltete sie wirklich.
Dazu kam das Zusammenspiel mit Camilla Nylund. Beide peitschten sich gegenseitig immer weiter auf. Zusammen mit Thielemanns dramatischer Zuspitzung im Orchester wurde daraus großes Theater und einer der Höhepunkte des gesamten Abends.
Eine Gutrune, an der man sich nicht satthört
Magdalena Hinterdobler hatte bereits als dritte Norn beeindruckt, und ihre Gutrune war einfach schön. Sie besitzt eine Stimme, an der man sich nicht satthören kann. Ihr melodischer Ansatz passte hervorragend in das Gesamtbild dieser Götterdämmerung und eigentlich des gesamten Rings.
Auch die übrigen kleineren Partien waren hochkarätig besetzt. Anna Kissjudit war als erste Norn allein durch die Wucht und das Volumen ihrer Stimme enorm beeindruckend. Alexandra Ionis füllte als zweite Norn ihren Part ebenfalls sehr gut aus. Gemeinsam mit Hinterdobler entstand so die starke Nornenszene, mit der dieser Abend begonnen hatte.
Die Rheintöchter funktionierten genauso gut wie bereits im Rheingold. Katharina Konradi, Natalia Skrycka und Marie Henriette Reinhold verschmolzen stimmlich sehr schön miteinander. Die Stimmen passten gut zueinander und ergaben einen klaren, geschlossenen Gesamtklang.
Ein musikalisch besonderer Ring
Nach Rheingold, Walküre, Siegfried und nun Götterdämmerung lässt sich zumindest über die musikalische Seite dieses Rings ziemlich eindeutig sprechen. Christian Thielemann und das Festspielorchester haben über vier Abende eine musikalische Linie entwickelt, die sich immer weiter aufgebaut hat und in dieser Götterdämmerung ihren Endpunkt fand.
Gerade an diesem letzten Abend zeigte sich noch einmal, wie flexibel Thielemann mit Wagner umgehen kann. Sehr schnelle Passagen standen neben extrem ausgedehnten Momenten, große Klangmassen neben einem beinahe verschwindenden Piano. Dazu kamen diese Generalpausen, in denen plötzlich das gesamte Festspielhaus stillstand.
Auch die Sängerbesetzung passte in dieses musikalische Gesamtbild. Klaus Florian Vogt und Camilla Nylund verbanden das Lyrische und Dramatische auf eine Weise, die diesen Ring geprägt hat. Michael Kupfer-Radecky hatte einen Sahnetag, Mika Kares war als Hagen deutlich besser in Form und Christa Mayer zeigte eine Waltraute, die man nicht so schnell vergessen wird.
Dieser Ring hat trotz allem außen herum musikalisch Geschichte geschrieben. Ich bin mir sicher, dass man in ein paar Jahren darauf zurückblicken wird und froh sein kann, ein Teil davon gewesen zu sein.
Veit Störmer

Christian Thielemann was very fast-moving that evening. The Norns’ scene was already intense and dramatically concentrated, with singers and orchestra merging into one. It worked superbly. The brass frequently led the individual passages and gave the music a clear direction.
It is hard to imagine the dawn being played any better. This time, it was not some generic crescendo in which everything simply became louder and louder. Melodic loop by melodic loop, the orchestra grew thicker and the sound expanded until the Siegfried motif, led by the trumpets, finally spread throughout the entire Festspielhaus. Every now and then there was a small disagreement over tempo with the evening’s Brünnhilde. But that is also part of what makes a live performance come alive.
Thielemann achieved the real dramatic intensification of the evening in the Waltraute scene. The continuous, prominently audible pounding of the timpani, combined with the way individual passages swelled up only to disappear again into piano, was musically fascinating and intensely dramatic.
In the vengeance trio, on the other hand, Thielemann gave the singers plenty of space. Between their vocal passages, the orchestra erupted all the more violently. The drama therefore did not come from everything being permanently loud, but from the contrasts.
The Funeral March was intense. What began comparatively fast was gradually almost erased into nothingness. It became slower, quieter and more fateful, only to grow loud again. A real rollercoaster of emotions. At some point, your body simply did not know what to do with itself, and the entire auditorium held its breath. Except for the woman sitting next to me, who spent the whole time snorting like a pregnant horse.
The Immolation Scene, with Thielemann’s notorious general pause, was almost impossible to surpass. Coming after the previous three evenings, this moment felt like the musical endpoint of everything Thielemann had built over the course of this Ring.
Despite everything going on around it, this Ring made history, above all musically. I am quite certain that in a few years people will look back on these performances and be glad to have been part of them.
The Götterdämmerung Siegfried was made for Vogt
The Siegfried of Götterdämmerung seems almost written for Klaus Florian Vogt’s voice. By now, his voice possesses tremendous dramatic power without having lost any of the sweetness that has always distinguished it. This role suits him exceptionally well. It gives him plenty of room to shape the character, and he makes full use of it.
Vogt does not have to force his way through this Siegfried. He can sing, shape phrases and play with his voice. The lyrical quality is always there, while he now also possesses the dramatic power required for the big moments. It is precisely this combination that makes him so special in the role.
It is therefore all the more regrettable that we will no longer hear Vogt as Siegfried in Bayreuth. For me, this is dream casting, precisely because he combines the lyrical and dramatic repertoire so naturally.
A Brünnhilde who does not need to scream
Perhaps that is also why Vogt and Camilla Nylund work so well together. Both combine lyrical and dramatic singing without trying to make their voices artificially bigger than they are.
Nylund sings her Brünnhilde with a different approach from what some in the audience probably expected. She is not simply loud. At times she pulls the voice right back and sings astonishingly softly. Even her outbursts in the second act are not screaming, but genuinely charged. The drama comes from within and from her interpretation, not simply from sheer volume.
This was particularly evident in the Immolation Scene. Nylund sang it with incredible nuance, using a wide range of gradations and colours. It fitted perfectly into the soft, musical overall sound of this Ring. Precisely because she does not try to load every phrase with high drama, the great outbursts have all the more impact.
A heavy Hagen
Mika Kares was in considerably better form that evening than he had been in the preceding days. Hagen is, after all, one of his signature roles. He sings him with weight and darkness, bringing considerable vocal heft to the part.
Much of it is carefully thought through, and the text is exceptionally clear. His monologue in the first act was particularly frightening while at the same time being incredibly flexible in its shaping. Kares can do a great deal with this voice.
Every now and then, however, one might have wished for one or two additional colours. He maintains his conception of Hagen very consistently from beginning to end. It works, but at times it also makes the character slightly uniform.
A great night for Michael Kupfer-Radecky
Michael Kupfer-Radecky was having a great night. His highly metallic, masculine and powerful voice is well known by now, but on this evening he showed another side of it.
Perhaps spurred on by the rest of the ensemble, he suddenly sang with wonderful softness, lyricism and melodic flow. Then the familiar metallic force returned, and by the end Gunther genuinely sounded like a broken man. It was precisely these changes that made his interpretation so interesting. More of this, please!
Christa Mayer is a living legend!
What a Waltraute this was. It almost seemed as though all her years of Bayreuth experience were flowing into this single scene. The changes of register, the constant shifts in dynamics, the pauses: Mayer did not simply sing the role, she truly shaped it.
Then there was her interaction with Camilla Nylund. The two kept pushing each other further and further. Together with Thielemann’s dramatic intensification in the orchestra, this became great theatre and one of the highlights of the entire evening.
A Gutrune you could listen to forever
Magdalena Hinterdobler had already impressed as the Third Norn, and her Gutrune was simply beautiful. She has a voice one never tires of hearing. Her melodic approach fitted perfectly into the overall sound of this Götterdämmerung, and indeed of the entire Ring.
The other smaller roles were also cast at a very high level. Anna Kissjudit was enormously impressive as the First Norn simply through the power and volume of her voice. Alexandra Ionis also filled out the role of the Second Norn very well. Together with Hinterdobler, they created the strong Norns’ scene with which the evening began.
The Rhinemaidens worked just as well as they had in Das Rheingold. Katharina Konradi, Natalia Skrycka and Marie Henriette Reinhold blended beautifully. Their voices complemented one another well and produced a clear, unified sound.
A musically exceptional Ring
After Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried and now Götterdämmerung, one can speak fairly unequivocally about the musical side of this Ring. Across four evenings, Christian Thielemann and the Festival Orchestra developed a musical line that continued to build and found its endpoint in this Götterdämmerung.
This final evening once again demonstrated just how flexibly Thielemann can approach Wagner. Very fast passages stood alongside extremely expansive moments, huge masses of sound alongside an almost vanishing piano. And then there were those general pauses in which the entire Festspielhaus suddenly seemed to stand still.
The cast also fitted this musical conception. Klaus Florian Vogt and Camilla Nylund combined the lyrical and the dramatic in a way that defined this Ring. Michael Kupfer-Radecky had a great night, Mika Kares was in considerably better form as Hagen, and Christa Mayer delivered a Waltraute that will not be forgotten quickly.
Despite everything surrounding it, this Ring made musical history. I am certain that in a few years people will look back on it and be glad to have been part of it.
Veit Störmer

Christian Thielemann estuvo muy rápido aquella noche. Ya la escena de las Nornas fue intensa y de una gran concentración dramática; cantantes y orquesta se fusionaron por completo. Funcionó de maravilla. Con frecuencia fueron los metales los que guiaron los distintos pasajes y dieron una dirección clara a la música.
Difícilmente se puede tocar mejor el amanecer. Esta vez no fue un crescendo genérico en el que todo simplemente se hace cada vez más fuerte. Bucle melódico tras bucle melódico, la orquesta fue ganando densidad y el sonido creciendo, hasta que finalmente el motivo de Siegfried, conducido por las trompetas, se expandió por todo el Festspielhaus. De vez en cuando hubo alguna pequeña disputa de tempo con la Brünnhilde de la noche. Pero también de eso vive una representación.
La verdadera intensificación dramática de la noche llegó con Thielemann en la escena de Waltraute. El continuo y destacado latido de los timbales, unido a esos pasajes que se hinchaban para después desaparecer de nuevo en el piano, resultó musicalmente fascinante y tremendamente dramático.
En el trío de la venganza, en cambio, Thielemann dejó muchísimo espacio a los cantantes. Entre los pasajes vocales, la orquesta irrumpía con todavía mayor violencia. Así, el dramatismo no surgía de tocar permanentemente fuerte, sino de los contrastes.
La Marcha Fúnebre fue intensa. Lo que comenzó comparativamente muy rápido fue desapareciendo poco a poco hasta quedar casi en la nada. Se volvió más lento, más silencioso y más cargado de fatalidad, para después volver de repente a crecer. Una auténtica montaña rusa emocional. Llegó un momento en que el cuerpo ya no sabía qué hacer consigo mismo y toda la sala contenía la respiración. Excepto la mujer que estaba sentada a mi lado, que se pasó todo el tiempo resoplando como una yegua preñada.
La escena final, con la célebre pausa general de Thielemann, fue difícil de superar. Después de las tres noches anteriores, aquel momento parecía el punto final musical de todo lo que Thielemann había construido a lo largo de este Ring.
A pesar de todo lo que sucedió a su alrededor, este Ring ha hecho historia, sobre todo musicalmente. Estoy bastante seguro de que dentro de unos años se recordarán estas funciones y uno podrá sentirse afortunado de haber formado parte de ellas.
El Siegfried de Götterdämmerung está hecho para Vogt
El Siegfried de Götterdämmerung parece escrito para la voz de Klaus Florian Vogt. Su voz posee ahora una fuerza dramática increíble sin haber perdido nada de esa dulzura que siempre la ha caracterizado. Esta parte le sienta de maravilla. Le ofrece mucho espacio para construir el personaje, y él sabe aprovecharlo.
Vogt no necesita abrirse paso a la fuerza a través de este Siegfried. Puede cantar, interpretar y jugar con su voz. El elemento lírico permanece siempre presente y, al mismo tiempo, posee ya la potencia dramática necesaria para los grandes momentos. Precisamente esta combinación lo hace tan especial en el papel.
Por eso es todavía más triste que ya no vayamos a escuchar a Vogt como Siegfried en Bayreuth. Para mí es un reparto soñado, precisamente porque combina de una forma tan natural el repertorio lírico y el dramático.
Una Brünnhilde que no necesita gritar
Quizá por eso Vogt y Camilla Nylund funcionan tan bien juntos. Ambos combinan lo lírico y lo dramático sin intentar hacer artificialmente más grandes sus voces.
Nylund canta su Brünnhilde con un enfoque diferente al que probablemente esperaba parte del público. No se limita a cantar fuerte. A veces recoge muchísimo la voz y canta sorprendentemente bajo. Tampoco sus explosiones del segundo acto son gritos, sino momentos realmente cargados. El dramatismo nace desde dentro y de la propia interpretación, no únicamente del volumen.
Esto se percibió especialmente en la escena final. Nylund la cantó con una cantidad increíble de matices, gradaciones y colores. Encajó perfectamente en el sonido suave y musical que caracterizó este Ring. Precisamente porque no intenta cargar cada frase de dramatismo, los grandes estallidos tienen todavía mayor efecto.
Un Hagen pesado
Mika Kares estuvo aquella noche considerablemente mejor que en los días anteriores. Al fin y al cabo, Hagen es uno de sus papeles emblemáticos. Lo canta con peso y oscuridad, aportando una gran contundencia vocal.
Hay mucho trabajo detrás de cada detalle y el texto se entiende de maravilla. Especialmente su monólogo del primer acto resultó aterrador y, al mismo tiempo, increíblemente flexible en su construcción. Kares puede hacer mucho con esta voz.
De vez en cuando, sin embargo, se habría agradecido algún color adicional. Mantiene su Hagen de forma muy consecuente desde el principio hasta el final. Funciona, aunque por momentos hace que el personaje resulte algo uniforme.
Una gran noche para Michael Kupfer-Radecky
Michael Kupfer-Radecky tuvo una gran noche. Ya conocemos bien esa voz tan metálica, masculina y poderosa. Sin embargo, aquella noche mostró también una faceta completamente diferente.
Quizá estimulado por el resto del reparto, de pronto cantó con una suavidad, un lirismo y una línea melódica magníficos. Después reapareció esa conocida fuerza metálica y, al final, Gunther sonaba realmente como un hombre destrozado. Precisamente esos cambios hicieron tan interesante su interpretación. ¡Más de esto, por favor!
¡Christa Mayer es una leyenda viva!
Qué Waltraute. Parecía casi como si toda su experiencia acumulada en Bayreuth desembocara en esta única escena. Los cambios de registro, el juego constante con la dinámica, las pausas: Mayer no se limitó a cantar el papel, realmente lo construyó.
A ello se añadió su interacción con Camilla Nylund. Las dos se empujaban mutuamente cada vez más lejos. Junto con la intensificación dramática de Thielemann desde la orquesta, aquello se convirtió en gran teatro y en uno de los momentos culminantes de toda la noche.
Una Gutrune que uno no se cansa de escuchar
Magdalena Hinterdobler ya había impresionado como Tercera Norna, y su Gutrune fue sencillamente hermosa. Tiene una voz que uno podría escuchar una y otra vez sin cansarse. Su enfoque melódico encajó perfectamente en el conjunto sonoro de esta Götterdämmerung y, en realidad, de todo el Ring.
También los demás papeles menores estuvieron cubiertos a un nivel altísimo. Anna Kissjudit impresionó enormemente como Primera Norna simplemente por la fuerza y el volumen de su voz. Alexandra Ionis también llenó muy bien su parte como Segunda Norna. Junto con Hinterdobler formaron la potente escena de las Nornas con la que comenzó la noche.
Las Hijas del Rin funcionaron tan bien como ya lo habían hecho en Das Rheingold. Katharina Konradi, Natalia Skrycka y Marie Henriette Reinhold se fundieron vocalmente con gran belleza. Las voces encajaban muy bien entre sí y formaron un conjunto claro y homogéneo.
Un Ring musicalmente excepcional
Después de Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried y ahora Götterdämmerung, al menos sobre el aspecto musical de este Ring se puede hablar con bastante claridad. A lo largo de cuatro noches, Christian Thielemann y la Orquesta del Festival desarrollaron una línea musical que fue creciendo progresivamente y encontró su punto final en esta Götterdämmerung.
Precisamente esta última noche volvió a demostrar la enorme flexibilidad con la que Thielemann puede abordar a Wagner. Pasajes muy rápidos convivieron con momentos extremadamente dilatados, enormes masas sonoras con pianos que casi desaparecían. Y luego estaban esas pausas generales en las que, de repente, todo el Festspielhaus parecía detenerse.
El reparto también encajó perfectamente en este concepto musical. Klaus Florian Vogt y Camilla Nylund combinaron lo lírico y lo dramático de una manera que marcó este Ring. Michael Kupfer-Radecky tuvo una gran noche, Mika Kares estuvo considerablemente mejor como Hagen y Christa Mayer ofreció una Waltraute que no se olvidará fácilmente.
A pesar de todo lo que lo rodeó, este Ring ha hecho historia musical. Estoy seguro de que dentro de unos años se mirará hacia atrás y uno podrá sentirse afortunado de haber formado parte de él.
Veit Störmer




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