Götter in der Krise
- Veit Störmer
- 28 jun
- 12 min de lectura
Die Walküre, Richard Wagner
Bayerische Staatsoper München
Premiere 25.06.2026
Musikalische Leitung: Vladimir Jurowski, Inszenierung: Tobias Kratzer
Siegmund: Joachim Bäckström, Sieglinde: Irene Roberts, Hunding: Ain Anger, Wotan: Nicholas Brownlee, Brünnhilde: Miina Liisa Värelä, Fricka: Ekaterina Gubanova
Wenn Religion zum eigentlichen Gegner wird
Nach seinem Rheingold führt Tobias Kratzer seine Gedankenwelt in der Walküre konsequent weiter. Die Götter bleiben Götter, doch ihre Welt gerät zunehmend aus den Fugen. Im Mittelpunkt steht diesmal weniger Macht als Religion und der Fanatismus, der aus ihr entstehen kann.
Schon der erste Akt macht das deutlich. Hundings Hütte ist kein mythischer Ort, sondern ein kleinbürgerliches Haus irgendwo in Bayern. Vor der Tür steht kein Marienaltar, sondern ein Fricka Altar. Dieses Bild zieht sich durch den gesamten Abend. Hunding schlachtet einen Widder für eine gute Ehe und opfert ihn Fricka. Gleichzeitig wird deutlich, wie sehr Wotan unter ihrem Einfluss leidet. Er möchte das Gottsein hinter sich lassen, schafft es aber nicht. Mehrfach versucht er, sich das Leben zu nehmen, bleibt jedoch in der Haut des Gottes gefangen. Gerade darin liegt die eigentliche Tragik dieser Figur.
Auch die ausgebrannte Hütte von Wälse wird zum zentralen Symbol der Inszenierung. Sie taucht immer wieder auf und wird im zweiten Akt zum Schauplatz der Todesverkündigung und des Kampfes zwischen Siegmund und Hunding. Videos aus der Kindheit von Siegmund und Sieglinde verbinden Vergangenheit und Gegenwart geschickt miteinander und machen deutlich, wie sehr alle Figuren ihre Traumata mit sich tragen.
Besonders gelungen ist dabei, dass Kratzer trotz aller neuen Ideen nie gegen das Werk arbeitet. Vielmehr entwickelt er dessen Konflikte weiter. Erst am Ende wird Brünnhilde von Wotan selbst zum Menschen gemacht. Sie schafft den Schritt aus der Götterwelt heraus, den Wotan selbst nie gehen kann.
Der Walkürenritt war schließlich der große Publikumsliebling des Abends. Die Walküren reiten durch München, sammeln Gefallene ein und bringen sie in den auf der Bühne nachgebauten Spiegelsaal, wo diese wieder zum Leben erweckt und zurück in den Kampf geschickt werden. Das war klug gemacht, sehr witzig und wurde völlig zurecht mit viel Gelächter und Applaus aufgenommen.
Präzision statt Leidenschaft
Vladimir Jurowskis Dirigat hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. Von Beginn an setzte er auf Transparenz und Präzision. Viele Details der Partitur wurden hörbar, besonders die ersten Geigen standen immer wieder im Mittelpunkt und konnten ihren warmen Klang wunderbar entfalten.
Gleichzeitig fehlte über weite Strecken die große dramatische Dichte. Vieles blieb sehr breit und langsam. Das ist grundsätzlich kein Problem, war an diesem Abend aber sehr sängerunfreundlich. Gerade für mehrere Rollendebütanten machte Jurowskis Ansatz die Aufgabe unnötig schwer.
Hinzu kam, dass er kaum auf die Bühne reagierte. Besonders Nicholas Brownlee und das Orchester lagen mehrfach hörbar auseinander. Jurowski ließ sich davon allerdings nicht beeinflussen und zog seine musikalische Linie konsequent weiter. Gerade in einer Premiere hätte man sich hier mehr Flexibilität gewünscht.
Trotzdem gab es immer wieder starke musikalische Momente. Vor allem die Todesverkündigung und Wotans Abschied gehörten zu den Höhepunkten des Abends, auch wenn das Orchester an diesen Stellen noch etwas mehr dramatischen Zug hätte entwickeln dürfen.
Ein Wotan, der bleiben wird
Das eigentliche Ereignis des Abends war Nicholas Brownlees Rollendebüt als Wotan.
Schon jetzt spricht vieles dafür, dass man diesen Sänger in den kommenden Jahrzehnten an den großen Opernhäusern regelmäßig in dieser Partie erleben wird. Sein Heldenbariton besitzt eine enorme Klangkraft und erinnert mit seiner Mischung aus Autorität und Wärme an Stimmen wie Thomas Stewart oder George London. Dazu kommt eine beeindruckende Bühnenpräsenz und eine sehr natürliche Gestaltung der Figur.
Natürlich merkte man hier und da noch das Rollendebüt. Gelegentlich war Brownlee im Text noch etwas unsicher. Das dürfte sich jedoch schnell legen. Spätestens in Wotans Abschied zeigte er, welches Potenzial in dieser Partie steckt. Hier verschmolzen Spiel und Gesang zu einer Figur, die tief berührte.
Gelungene Debüts und starke Frauen
Auch Irene Roberts gab als Sieglinde ihr Rollendebüt. Der Wechsel vom Mezzo ins dramatische Sopranfach gelang beeindruckend. Schauspielerisch war sie vom ersten Moment an präsent, die Höhe bereitete ihr keinerlei Schwierigkeiten, und O hehrstes Wunder schleuderte sie mit großer Sicherheit in den Raum. Nicht jeder Ton war vollkommen schön, stellenweise wurde das Vibrato etwas breit. Für einen Premierenabend war das dennoch eine bemerkenswerte Leistung.
Joachim Bäckström brachte für Siegmund genau die richtige Stimme mit. Sein heller Heldentenor klingt sicher und klar, blieb in der Gestaltung aber etwas eindimensional. Was zu Beginn sehr überzeugt, verliert über den Abend etwas an Spannung. Hier hätte man sich mehr Farben und mehr Charakter gewünscht.
Miina Liisa Värelä bewies erneut, warum sie schon heute nahezu alle großen Wagnerpartien singt. Ihre Stimme besitzt einen sehr eigenen Charakter. Die ersten Hojotoho Rufe wirkten noch etwas verhalten, doch spätestens in der Todesverkündigung war sie vollkommen in ihrem Element. Ihr metallischer Klang, die sichere Höhe und die tragfähige Tiefe passen hervorragend zu dieser Brünnhilde.
Ekaterina Gubanova war als Fricka eine Macht. Mit ihrer großen Erfahrung und ihrer dramatischen Gestaltung ließ sie Wotan praktisch keine Möglichkeit, sich ihrem Willen zu entziehen. Gerade dadurch funktionierte der zentrale Konflikt des zweiten Aktes so überzeugend.
Auch die Walküren waren insgesamt hervorragend besetzt. Besonders Dorothea Herbert überzeugte als Helmwige mit ihren mühelosen hohen Cs, während Natalie Lewis als Grimgerde mit ihrer außergewöhnlich tiefen Altstimme aus dem Ensemble herausragte.
Ain Anger war ein Hunding mit enormer Bühnenpräsenz. Seine leicht knorrige, etwas knautschige Bassstimme passt hervorragend zu dieser Figur. Vor allem sein Spiel machte Hunding zu einer wirklich beängstigenden Erscheinung und verlieh dem ersten Akt die nötige Spannung.
Fazit
Tobias Kratzer ist mit dieser Walküre eine überzeugende Fortsetzung seines Rheingold gelungen. Seine Inszenierung erzählt nicht gegen Wagner, sondern entwickelt die Figuren konsequent weiter. Religion, Fanatismus und generationenübergreifende Traumata werden zum roten Faden des Abends, ohne den Kern des Werkes zu verlieren. Musikalisch blieb Vladimir Jurowskis sehr kontrollierter Ansatz hinter den dramatischen Möglichkeiten der Partitur zurück. Dafür standen mit Nicholas Brownlees beeindruckendem Wotan Debüt, einer starken Brünnhilde und mehreren gelungenen Rollendebüts genügend Gründe auf der Bühne, warum diese Premiere in Erinnerung bleiben wird.
Veit Störmer
Photos: © Monika Rittershaus




When Religion Becomes the Real Opponent
With Die Walküre, Tobias Kratzer consistently develops the ideas he introduced in Das Rheingold. The gods remain gods, but their world is slowly falling apart. This time, the focus is less on power itself than on religion and the fanaticism that can arise from it.
The first act already makes this clear. Hunding's hut is no mythical dwelling but an ordinary middle class house somewhere in Bavaria. Instead of a shrine to the Virgin Mary, there is an altar dedicated to Fricka. This image runs through the entire production. Hunding sacrifices a ram to Fricka in the hope of a happy marriage. At the same time, it becomes increasingly clear how deeply Wotan suffers under her influence. He longs to leave his divine existence behind but cannot. He repeatedly attempts to take his own life, yet remains trapped in the body of a god. This is where the true tragedy of the character lies.
The burned remains of Wälse's house become another central symbol. They repeatedly return throughout the evening and serve as the setting for both the Annunciation of Death and the fight between Siegmund and Hunding in the second act. Videos from Siegmund and Sieglinde's childhood connect past and present in a remarkably organic way, showing how every character carries unresolved trauma.
What makes Kratzer's production so convincing is that, despite all these new ideas, he never works against Wagner's drama. Instead, he develops its conflicts further. Only at the end does Wotan turn Brünnhilde into a human being. She manages to leave the world of the gods behind, something Wotan himself is never able to achieve.
The Ride of the Valkyries was undoubtedly the audience favorite. The Valkyries ride through Munich, collect the fallen, and bring them into the reconstructed Hall of Mirrors on stage, where they are brought back to life and sent once again into battle. It was clever, genuinely funny, and deservedly rewarded with laughter and spontaneous applause.
Precision Instead of Passion
Vladimir Jurowski's conducting left mixed impressions. From the very beginning, his focus was on transparency and precision. Numerous orchestral details became audible, especially in the first violins, whose warm sound he highlighted beautifully.
At the same time, however, the performance often lacked dramatic intensity. Much of the evening felt broad and unusually slow. That is not necessarily a problem in itself, but on this occasion it proved very singer unfriendly. For several artists making role debuts, Jurowski's approach made an already demanding task even more difficult.
He also showed very little flexibility towards the stage. On several occasions, Nicholas Brownlee and the orchestra noticeably drifted apart. Jurowski hardly reacted and continued to follow his musical concept. Especially on opening night, one wished for greater flexibility.
Even so, there were many memorable musical moments. Above all, the Annunciation of Death and Wotan's Farewell stood out as the emotional highlights of the evening, even if the orchestra could have generated more dramatic momentum in both scenes.
A Wotan for the Future
The defining event of the evening was Nicholas Brownlee's role debut as Wotan.
Everything suggests that audiences will hear him perform this role at the world's leading opera houses for many years to come. His heroic baritone possesses tremendous power and recalls great voices such as Thomas Stewart and George London through its unique combination of authority and warmth. His stage presence is equally impressive, and his portrayal feels remarkably natural.
Of course, traces of a role debut could still be noticed. Occasionally Brownlee seemed slightly uncertain with the text. That will almost certainly disappear with experience. By the time Wotan's Farewell arrived, he had already shown just how much potential he possesses in this role. Acting and singing merged into a deeply moving portrayal.
Successful Debuts and Strong Women
Irene Roberts also made her role debut as Sieglinde. Her transition from mezzo soprano to dramatic soprano was remarkably successful. Dramatically she was fully committed from the first moment, the upper register presented no difficulties, and O hehrstes Wunder was delivered with tremendous security. Not every note was perfectly beautiful, and the vibrato occasionally became rather wide, but for a premiere it was an impressive achievement.
Joachim Bäckström brought exactly the right voice to Siegmund. His bright heldentenor is secure and clear, although his interpretation remained somewhat one dimensional. What initially sounds very convincing gradually loses some variety over the course of the evening. One wished for a little more character and imagination.
Miina Liisa Värelä once again demonstrated why she already sings nearly every major Wagner role. Her voice has a very distinctive character that takes a little time to adjust to. The first "Hojotoho" calls sounded somewhat restrained, but from the Annunciation of Death onwards she was completely in her element. Her metallic timbre, secure upper register, and impressive lower range make for a highly convincing Brünnhilde.
Ekaterina Gubanova was a commanding Fricka. Drawing on her enormous experience, she gave the role tremendous dramatic authority and left Wotan with virtually no possibility of resisting her arguments. This made the central confrontation of the second act particularly compelling.
The Valkyries as a whole were excellently cast. Dorothea Herbert stood out as Helmwige with her effortless high Cs, while Natalie Lewis's unusually deep contralto gave Grimgerde a distinctive vocal colour.
Ain Anger was an outstanding Hunding with enormous stage presence. His slightly rough bass suits the role perfectly. Above all, his acting made Hunding genuinely frightening and gave the first act much of its dramatic tension.
Conclusion
With Die Walküre, Tobias Kratzer delivers a convincing continuation of his Das Rheingold. Rather than working against Wagner, he develops the characters in a thoughtful and consistent way. Religion,
fanaticism, and generational trauma become the thread running through the entire evening without ever losing sight of the opera's essence. Musically, Vladimir Jurowski's highly controlled approach never fully unlocked the dramatic power of the score. Nevertheless, Nicholas Brownlee's remarkable Wotan debut, an outstanding Brünnhilde, and several successful role debuts ensured that this premiere will be remembered.
Veit Störmer






Cuando la religión se convierte en el verdadero enemigo
Con La valquiria, Tobias Kratzer desarrolla de forma coherente las ideas que ya había presentado en El oro del Rin. Los dioses siguen siendo dioses, pero su mundo empieza a resquebrajarse. En esta ocasión, el centro de la historia ya no es tanto el poder como la religión y el fanatismo que puede surgir de ella.
El primer acto deja esto claro desde el principio. La cabaña de Hunding no es un lugar mítico, sino una modesta casa de clase media en algún rincón de Baviera. Frente a ella no hay un altar mariano, sino un altar dedicado a Fricka. Esta imagen recorre toda la producción. Hunding sacrifica un carnero a Fricka para asegurar un matrimonio feliz. Al mismo tiempo, queda claro hasta qué punto Wotan sufre bajo su influencia. Desea abandonar su condición divina, pero no puede. Intenta quitarse la vida en varias ocasiones, aunque permanece atrapado en el cuerpo de un dios. Ahí reside la verdadera tragedia del personaje.
La cabaña quemada de Wälse se convierte también en un símbolo central de la producción. Reaparece continuamente y sirve como escenario tanto para la Anunciación de la Muerte como para el combate entre Siegmund y Hunding en el segundo acto. Los vídeos de la infancia de Siegmund y Sieglinde enlazan pasado y presente con gran naturalidad y muestran cómo todos los personajes arrastran sus propios traumas.
Lo más logrado de la propuesta de Kratzer es que, pese a todas sus nuevas ideas, nunca contradice la esencia de Wagner. Al contrario, desarrolla aún más los conflictos de la obra. Solo al final Wotan convierte a Brünnhilde en un ser humano. Ella consigue abandonar el mundo de los dioses, un paso que Wotan jamás logra dar.
La Cabalgata de las Valquirias fue, sin duda, el momento favorito del público. Las valquirias recorren Múnich a caballo, recogen a los caídos y los llevan al Salón de los Espejos reconstruido sobre el escenario, donde vuelven a la vida para regresar al combate. Fue una idea ingeniosa, muy divertida y justamente recompensada con risas y aplausos espontáneos.
Precisión antes que pasión
La dirección musical de Vladimir Jurowski dejó sensaciones encontradas. Desde el principio apostó por la transparencia y la precisión. Muchos detalles de la partitura se hicieron claramente audibles, especialmente en los primeros violines, cuyo sonido cálido destacó con gran belleza.
Al mismo tiempo, faltó en muchos momentos la verdadera intensidad dramática. Buena parte de la función resultó amplia y muy lenta. Esto no tiene por qué ser un problema, pero aquella noche fue poco favorable para los cantantes. Especialmente para quienes debutaban en sus papeles, este enfoque hizo la tarea aún más difícil.
Además, Jurowski apenas reaccionó a lo que sucedía sobre el escenario. En varias ocasiones Nicholas Brownlee y la orquesta quedaron claramente desajustados. Sin embargo, el director continuó fiel a su planteamiento sin modificar apenas su enfoque. En una noche de estreno se habría agradecido una mayor flexibilidad.
Aun así, hubo momentos musicales de gran nivel. La Anunciación de la Muerte y la Despedida de Wotan fueron los puntos culminantes de la representación, aunque la orquesta podría haber desarrollado un mayor impulso dramático.
Un Wotan para el futuro
El gran acontecimiento de la noche fue el debut de Nicholas Brownlee como Wotan.
Todo indica que en los próximos años será uno de los grandes intérpretes de este papel en los principales teatros de ópera. Su barítono heroico posee una enorme potencia y recuerda, por su mezcla de autoridad y calidez, a voces como las de Thomas Stewart o George London. A ello se suma una presencia escénica extraordinaria y una interpretación muy natural del personaje.
Como es lógico en un debut, todavía aparecieron algunas pequeñas inseguridades en el texto. Sin embargo, es algo que desaparecerá rápidamente. En la Despedida de Wotan quedó claro el enorme potencial que posee para este papel. Actuación y canto se unieron para crear un personaje profundamente conmovedor.
Debuts logrados y mujeres fuertes
Irene Roberts también debutó como Sieglinde. Su paso del repertorio de mezzosoprano al de soprano dramática resultó muy convincente. Dramáticamente estuvo plenamente comprometida desde el primer momento, el registro agudo no le planteó dificultades y lanzó O hehrstes Wunder con absoluta seguridad. No todas las notas fueron perfectas y el vibrato se ensanchó en algunos momentos, pero para una función de estreno fue una actuación muy destacable.
Joachim Bäckström aportó exactamente la voz que necesita Siegmund. Su heldentenor claro y luminoso resulta seguro, aunque la caracterización permaneció algo uniforme. Lo que al principio impresiona mucho acaba perdiendo variedad a medida que avanza la representación.
Miina Liisa Värelä volvió a demostrar por qué ya interpreta prácticamente todos los grandes papeles wagnerianos. Su voz posee una personalidad muy marcada que requiere un breve tiempo de adaptación. Los primeros "Hojotoho" sonaron algo contenidos, pero a partir de la Anunciación de la Muerte estuvo completamente en su elemento. Su timbre metálico, la seguridad de los agudos y la solidez del registro grave hacen de esta Brünnhilde una interpretación muy convincente.
Ekaterina Gubanova fue una Fricka imponente. Gracias a su enorme experiencia y a su poderosa presencia dramática, apenas dejó a Wotan margen para resistirse a sus argumentos. Así, el gran enfrentamiento del segundo acto adquirió una enorme fuerza.
El conjunto de las valquirias estuvo magníficamente elegido. Dorothea Herbert destacó como Helmwige gracias a sus brillantes do agudos, mientras que Natalie Lewis aportó a Grimgerde un color vocal muy especial con su excepcional voz de contralto.
Ain Anger fue un Hunding de enorme presencia escénica. Su bajo áspero y robusto encaja perfectamente con el personaje. Sobre todo, su interpretación convirtió a Hunding en una figura realmente inquietante y dio al primer acto una gran intensidad dramática.
Conclusión
Con La valquiria, Tobias Kratzer ofrece una continuación muy convincente de su Oro del Rin. Su puesta en escena no contradice a Wagner, sino que desarrolla con coherencia a sus personajes. La religión, el fanatismo y los traumas heredados se convierten en el hilo conductor de la representación sin perder nunca la esencia de la obra. Musicalmente, el enfoque extremadamente controlado de Vladimir Jurowski no llegó a explotar todo el potencial dramático de la partitura. Aun así, el extraordinario debut de Nicholas Brownlee como Wotan, una magnífica Brünnhilde y varios debuts muy logrados hicieron de esta una premiere digna de ser recordada.
Veit Störmer




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