Ein Siegfried, der in Bayreuth aufgeht
Siegfried, Richard Wagner
Bayreuther Festspiele
07.08.2026
Besetzung
Musikalische Leitung: Christian Thielemann, Kurator: Marcus Lobbes
Siegfried: Klaus Florian Vogt, Mime: Gerhard Siegel, Der Wanderer: Michael Volle, Alberich: Jochen Schmeckenbecher, Fafner: Peter Rose, Erda: Christa Mayer, Brünnhilde: Camilla Nylund, Waldvogel: Victoria Randem
Ein Siegfried, der in Bayreuth aufgeht
Auch Siegfried wurde unter Christian Thielemann wieder zu einem Abend musikalischen Hochglanzes. Gerade diese Oper ist nicht bei allen Wagnerianern gleichermaßen beliebt und kann sich durchaus ziehen. Davon war an diesem Abend nichts zu spüren. Thielemann dirigierte das Werk geschmeidig und kurzweilig, ohne ihm dabei seine Schwere zu nehmen.
Schon das Vorspiel zeigte, wohin die Reise gehen würde. Es begann schwarz, tief und sehr langsam und erhob sich erst allmählich. Daraus entwickelte sich ein dauerhaftes Accelerando mit einem markanten, von den Pauken mitgetragenen Rhythmus, als würde das Herz immer schneller pochen. Gleichzeitig spannte Thielemann ein langes Crescendo. Besser kann man eigentlich nicht in dieses Stück starten.
Im ersten Akt wurde fast jedes Auftreten des Blechs zum Aha-Erlebnis. Edel, bedeutungsträchtig und immer wieder zukunftsweisend. Besonders schön war das nicht nur in der Szene zwischen Wanderer und Mime, sondern auch in Siegfrieds Schmiedeliedern. Endlich dirigierte hier jemand wirklich Szene und Kulisse, auch wenn auf der Bühne selbst keine zu sehen war. In den Zwischenspielen zu „Blase die Glut“ konnte man die Anstrengung des Schmiedens regelrecht hören: erst ein langes Ritardando, dann dieses geschmeidige, aber dicke Blech.
Die Wanderer-Alberich-Szene bekam einen unglaublich tiefen Klang. Trotzdem ließ Thielemann den Sängern viel Raum für Parlando und Text. Das Waldweben wiederum war ungemein farbenreich. Hier zeigte das Festspielorchester, dass wirklich einige der besten Solisten in diesem Orchester sitzen.
Der dritte Akt wurde von Beginn an schicksalsträchtig. Im Vorspiel wurde die große Blechmelodie von hervorgehobenen Streichermotiven unterlegt. Man spürte förmlich, dass der Wanderer auf Weltreise ist. Nach und nach kam immer mehr Pauke hinzu. So gut hat man dieses Vorspiel selten gehört.
Der Höhepunkt von Thielemanns Dirigat war aber die berühmte Generalpause nach „Weißt du, was Wotan will?“. Sie dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Im Saal traute sich niemand zu atmen. Für einen Moment entstand tatsächlich dieser Schnitt in der Weltordnung. Im anschließenden Monolog des Wanderers arbeitete Thielemann die vielen absteigenden Motive deutlich heraus und ließ sie schließlich regelrecht mit einem Knall enden. Daraus entwickelte sich das Welterbschaftsmotiv: zunächst laut, dann ritardierend, plötzlich subito piano, wieder aufgeladen und schließlich beinahe im Nichts verschwindend.
Auch das Zwischenspiel, in dem Siegfried das Feuer durchschreitet, war sehr dick gespielt, ohne undurchsichtig zu werden. Jede Orchesterstimme blieb hörbar. Gleichzeitig ging es sehr schnell und zog stark nach vorne.
Dann erwacht Brünnhilde als Mensch, und genau das hört man auch in der Musik. Nach einer weiteren beinahe unendlichen Generalpause beginnt etwas Neues. Das Ende war unglaublich geladen und mündete in ein lang gestrecktes, schließlich explodierendes Welterbschaftsmotiv in C-Dur. Die neue Zeit bricht an.
Ein Siegfried, der in Bayreuth aufgeht
Klaus Florian Vogts Siegfried funktioniert in Bayreuth unglaublich gut. Gerade in anderen Häusern sind bei ihm die Schmiedelieder schon öfter nicht besonders gut durchgekommen. Hier passiert das Gegenteil: Seine Stimme wird eins mit dem Orchester. Es entsteht eine regelrechte Fusion, und das funktioniert hervorragend.
Dieser Siegfried ist konditionell besonders schwierig, weil die Partie den Tenor bis an seine Grenzen führen kann. Vogt geht aber von Anfang an entspannt heran. Er drückt seine Stimme nie und singt stattdessen immer wieder wunderschöne Töne. Wo viele Tenöre im Laufe des Abends ordentlich ins Schreien geraten, verliert Vogt niemals seine gesangliche Linie.
Das zahlt sich vor allem am Ende aus. Im Schlussduett mit Camilla Nylund klingt er noch unglaublich frisch. Nach seinem Loge im Rheingold und dem Siegmund in der Walküre ist dieser Siegfried noch einmal der Beweis dafür, wie gut Vogts Stimme momentan in Bayreuth funktioniert.
Zwei Tenöre, die sich perfekt ergänzen
Gerhard Siegel war als Mime eine interessante Besetzung. Er besitzt diesen typischen Charaktertenorklang, gleichzeitig aber auch das Volumen und die Tiefe eines Heldentenors. Gerade dadurch ergänzten sich Siegel und Vogt sehr gut.
Siegels Intonation war hervorragend, nahezu jedes Wort verständlich. Dabei machte er aus Mime nicht nur eine schrille Charakterfigur. Immer wieder wurde seine Stimme erstaunlich lyrisch. Das gab der Figur zusätzliche Farben und verhinderte, dass sie zur bloßen Karikatur wurde.
Vielleicht Volles bester Wotan
Michael Volle zeigte als Wanderer noch einmal, was alles in seiner Stimme steckt. Gerade der dritte Akt ist für diese Partie unglaublich schwierig: hohe, dramatische Töne wechseln mit dieser schwarzen Tiefe, die der Wanderer gleichzeitig braucht.
Volle bringt beides mit und gerät dabei nie ins Forcieren. Dazu kommt diese enorme Gravitas, die er inzwischen ganz selbstverständlich in die Rolle mitbringt. Er spielt den Wanderer nicht nur, sondern verschmilzt mit ihm. Jeder Satz wirkt durchdacht, ohne dabei kalkuliert zu klingen.
Vielleicht ist das sogar sein bester Wotan.
Jochen Schmeckenbecher passte mit seinem markanten Charakterbariton ebenfalls sehr gut als Alberich. Gerade die Dialogszenen liegen ihm. Er war sicher in der Höhe, gestaltete den Text sehr genau und brachte Alberich überzeugend auf die Bühne.
Peter Rose wiederum sang einen ungewöhnlich geschmeidigen Fafner. Das war kein bedrohliches Monster, sondern ein überraschend menschlicher, sehr lyrischer Fafner. Gerade innerhalb dieser Besetzung passte dieser andere Ansatz sehr gut.
Eine Erda mit Gefahr
Christa Mayers Erda ist inzwischen berüchtigt, und man versteht schnell, warum. Allein mit ihrer Gestaltung bringt sie sofort Gefahr in die Szene. Besonders spannend war das Zusammenspiel mit Thielemann. Beide kennen sich hörbar sehr gut und spielten miteinander bei Dynamik und Tempo.
Auch die Sprünge zwischen den verschiedenen Registern gelangen hervorragend. Da ist diese breite, dunkle Tiefe und darüber eine überraschend schimmernde Höhe. So bekommt die eigentlich kurze Szene ein enormes Gewicht.
Victoria Randem als Waldvogel war leider kaum verständlich. Das ist in dieser Partie allerdings auch alles andere als einfach. Dafür gelangen ihr wunderschöne Koloraturen, und in ihrer Stimme hört man durchaus dramatisches Potenzial.
Brünnhilde, Camilla Nylund: Wow!
Was Camilla Nylund mit ihrer Stimme in diese Brünnhilde bringt, ist unglaublich. Teilweise braucht es fast kein zusätzliches Spiel mehr, weil die Stimme bereits alles erzählt.
Und Nylund ist eben kein Schreihals. Ihre großen Ausbrüche kommen von innen und breiten sich dann im Festspielhaus aus. Man hört sie nicht nur, man spürt sie körperlich. Gleichzeitig gibt sie selbst musikalisch den Ton an. Wenn Thielemann ihr zu langsam wird, verändert sie das Tempo und das Orchester geht mit. Genau diese Freiheit machte das Schlussduett so lebendig.
Besonders beeindruckend war „Ewig war ich, ewig bin ich“. In den süßen, lyrischen Passagen baute Nylund sogar kleine Verzierungen und Koloraturen ein, spielte mit Farben und behielt trotzdem auch in leisen und hohen Tönen die nötige Dramatik.
Das war keine Brünnhilde, die sich über Lautstärke definiert. Nylund verbindet lyrische Feinheit, Farben, Höhe und hochdramatische Ausbrüche miteinander und wirkt dabei vollkommen frei. Eine virtuose Vorstellung.
Veit Störmer

A Siegfried that comes into its own in Bayreuth
Under Christian Thielemann, Siegfried once again became an evening of musical brilliance. This opera is not equally popular with all Wagnerians and can certainly feel long. There was no sense of that on this evening. Thielemann conducted the work with great suppleness and momentum without taking away any of its weight.
The prelude already showed where the journey was heading. It began dark, deep and very slowly, gradually rising from the depths. From there, Thielemann developed a continuous accelerando with a striking rhythm carried by the timpani, as if a heart were beating faster and faster. At the same time, he built a long crescendo. It is difficult to imagine a better way of entering this work.
In the first act, almost every entrance of the brass became an aha moment: noble, significant and repeatedly pointing towards what was still to come. This was particularly effective not only in the scene between the Wanderer and Mime, but also in Siegfried’s forging songs. Finally, someone was really conducting the scene and the scenery, even though there was no actual scenery to be seen on stage. In the interludes around “Blase die Glut”, one could almost hear the physical effort of forging: first a long ritardando, then that smooth but weighty brass sound.
The Wanderer-Alberich scene had an incredibly deep sound. Yet Thielemann still gave the singers plenty of room for parlando and text. The Forest Murmurs, in contrast, were enormously colourful. Here the Festival Orchestra showed that some of the finest orchestral soloists really do sit in its ranks.
The third act felt fateful from the very beginning. In the prelude, the great brass melody was underlined by prominently shaped string motifs. You could almost sense that the Wanderer had been travelling the world. Gradually, more and more timpani entered the sound. Rarely has this prelude sounded so good.
The high point of Thielemann’s conducting, however, was the famous general pause after “Weißt du, was Wotan will?” It seemed to last an eternity. Nobody in the auditorium dared to breathe. For a moment, there really was a rupture in the world order. In the Wanderer’s following monologue, Thielemann brought out the many descending motifs and eventually allowed them to end with an almost explosive impact. From this emerged the World-Inheritance motif: loud at first, then slowing down, suddenly subito piano, charged again and finally almost disappearing into nothing.
The interlude in which Siegfried passes through the fire was played with a very thick sound, yet without ever becoming opaque. Every orchestral voice remained audible. At the same time, the tempo was fast and the music pulled strongly forward.
Then Brünnhilde awakens as a human being, and that is exactly what one hears in the music. After another almost endless general pause, something new begins. The ending was incredibly charged and culminated in a long-drawn-out World-Inheritance motif in C major that finally seemed to explode. A new age begins.
Klaus Florian Vogt’s Siegfried works incredibly well in Bayreuth. In other houses, his forging songs have sometimes struggled to come through properly. Here, the opposite happens: his voice becomes one with the orchestra. There is a genuine fusion, and it works extremely well.
This Siegfried is particularly difficult in terms of stamina, as the role can push a tenor to his limits. Vogt, however, approaches it in a relaxed way from the very beginning. He never presses his voice and instead produces one beautiful tone after another. Where many tenors begin to shout their way through the evening, Vogt never loses his vocal line.
That pays off particularly at the end. In the final duet with Camilla Nylund, he still sounds remarkably fresh. After his Loge in Das Rheingold and Siegmund in Die Walküre, this Siegfried is further proof of just how well Vogt’s voice currently works in Bayreuth.
Two tenors who complement each other perfectly
Gerhard Siegel was an interesting choice as Mime. He has that typical character-tenor sound, but at the same time the volume and depth of a Heldentenor. This was precisely why Siegel and Vogt complemented each other so well.
Siegel’s intonation was excellent, and virtually every word was understandable. At the same time, he did not turn Mime into nothing more than a shrill character role. Again and again, his voice became surprisingly lyrical. This gave the character additional colours and prevented him from becoming a mere caricature.
Perhaps Volle’s best Wotan
As the Wanderer, Michael Volle once again showed everything his voice has to offer. The third act in particular is incredibly difficult for this role: high, dramatic notes alternate with the black depths that the Wanderer also requires.
Volle has both and never resorts to forcing. Added to this is the enormous gravitas that he now brings to the role almost effortlessly. He does not simply play the Wanderer; he merges with the character. Every sentence feels carefully considered without ever sounding calculated.
Perhaps this is even his best Wotan.
Jochen Schmeckenbecher was also very well suited to Alberich with his distinctive character baritone. The dialogue scenes suit him particularly well. He was secure in the upper register, shaped the text with great care and gave a convincing portrayal of Alberich.
Peter Rose, meanwhile, sang an unusually smooth Fafner. This was not a threatening monster, but a surprisingly human and very lyrical Fafner. Within this cast, that different approach worked very well.
An Erda with danger
Christa Mayer’s Erda has become almost legendary, and it is easy to understand why. Her interpretation alone immediately brings a sense of danger into the scene. Particularly fascinating was her interaction with Thielemann. The two clearly know each other very well and played off one another in both dynamics and tempo.
The leaps between the different registers also worked extremely well. There is that broad, dark lower register, with a surprisingly shimmering top above it. It gives this relatively short scene enormous weight.
Victoria Randem as the Woodbird was unfortunately barely understandable. Admittedly, that is anything but easy in this role. Her coloratura, however, was beautiful, and the voice certainly reveals dramatic potential.
Brünnhilde, Camilla Nylund: Wow!
What Camilla Nylund brings to Brünnhilde through her voice is incredible. At times, she hardly needs to act at all because the voice already tells us everything.
And Nylund is no shouter. Her great outbursts come from within and then spread throughout the Festspielhaus. You do not merely hear them; you feel them physically. At the same time, she sets the musical direction herself. If Thielemann is too slow for her, she changes the tempo and the orchestra follows. It was precisely this freedom that made the final duet feel so alive.
“Ewig war ich, ewig bin ich” was particularly impressive. In the sweet, lyrical passages, Nylund even introduced small ornaments and coloratura, played with different colours and still managed to bring dramatic intensity to the quiet and high notes.
This was not a Brünnhilde defined by volume. Nylund combines lyrical finesse, colour, a secure upper register and highly dramatic outbursts while sounding completely free. A virtuoso performance.
Veit Störmer

Un Siegfried que funciona de maravilla en Bayreuth
Con Christian Thielemann, Siegfried volvió a convertirse en una velada de enorme nivel musical. No es precisamente la ópera favorita de todos los wagnerianos y puede llegar a hacerse larga. Esa noche no se sintió nada de eso. Thielemann dirigió la obra con fluidez y agilidad, sin quitarle por ello su peso.
Ya el preludio dejó claro hacia dónde iba a ir la interpretación. Comenzó oscuro, profundo y muy lento, elevándose poco a poco. A partir de ahí surgió un accelerando continuo, con un ritmo muy marcado sostenido por los timbales, como si el corazón latiera cada vez más rápido. Al mismo tiempo, Thielemann construyó un largo crescendo. Difícilmente se puede entrar mejor en esta obra.
En el primer acto, prácticamente cada entrada de los metales se convirtió en un momento revelador. Sonaban nobles, cargados de significado y una y otra vez apuntaban hacia lo que estaba por venir. Esto funcionó especialmente bien no solo en la escena entre el Caminante y Mime, sino también en las canciones de la forja de Siegfried. Por fin alguien dirigía realmente la escena y el decorado, aunque sobre el escenario no hubiera ninguno que ver. En los interludios de «Blase die Glut» se podía escuchar casi físicamente el esfuerzo de forjar: primero un largo ritardando y después unos metales fluidos, pero de gran densidad.
La escena entre el Caminante y Alberich adquirió un sonido increíblemente profundo. Aun así, Thielemann dejó mucho espacio a los cantantes para el parlando y el texto. Los Murmullos del bosque, por su parte, estuvieron llenos de colores. Allí la Orquesta del Festival demostró que entre sus filas se encuentran realmente algunos de los mejores solistas orquestales.
El tercer acto tuvo desde el principio un carácter cargado de destino. En el preludio, la gran melodía de los metales estaba acompañada por motivos de las cuerdas claramente destacados. Casi se podía sentir que el Caminante estaba recorriendo el mundo. Poco a poco fueron entrando cada vez más los timbales. Pocas veces se escucha este preludio así.
Pero el punto culminante de la dirección de Thielemann fue la famosa pausa general después de «Weißt du, was Wotan will?». Pareció durar una eternidad. Nadie en la sala se atrevía a respirar. Durante un instante se produjo realmente esa ruptura del orden del mundo. En el posterior monólogo del Caminante, Thielemann destacó claramente los numerosos motivos descendentes y finalmente los hizo terminar casi con una explosión. De ahí surgió el motivo de la herencia del mundo: primero fuerte, después en ritardando, de repente subito piano, nuevamente cargado de tensión y finalmente desapareciendo casi en la nada.
El interludio en el que Siegfried atraviesa el fuego tuvo un sonido muy denso, pero nunca opaco. Se podía escuchar cada voz de la orquesta. Al mismo tiempo, el tempo era rápido y empujaba la música con mucha fuerza hacia delante.
Entonces Brünnhilde despierta como ser humano, y eso es exactamente lo que se escucha en la música. Después de otra pausa general casi interminable comienza algo nuevo. El final estuvo increíblemente cargado y desembocó en un larguísimo motivo de la herencia del mundo en do mayor que finalmente explotó. Comienza una nueva era.
Un Siegfried que funciona de maravilla en Bayreuth
El Siegfried de Klaus Florian Vogt funciona increíblemente bien en Bayreuth. En otros teatros, sus canciones de la forja a veces no han conseguido imponerse especialmente bien. Aquí ocurre exactamente lo contrario: su voz se convierte en una con la orquesta. Se produce una auténtica fusión y funciona de maravilla.
Este Siegfried es especialmente difícil desde el punto de vista de la resistencia, porque puede llevar a un tenor hasta el límite. Vogt, sin embargo, empieza desde el principio con absoluta relajación. Nunca presiona la voz y canta, en cambio, sonidos realmente hermosos. Allí donde muchos tenores terminan gritando a medida que avanza la noche, Vogt nunca pierde su línea de canto.
Eso se nota especialmente al final. En el dúo final con Camilla Nylund todavía suena increíblemente fresco. Después de su Loge en Das Rheingold y su Siegmund en Die Walküre, este Siegfried vuelve a demostrar lo bien que funciona actualmente la voz de Vogt en Bayreuth.
Dos tenores que se complementan perfectamente
Gerhard Siegel fue una elección interesante como Mime. Tiene ese típico sonido de tenor de carácter, pero al mismo tiempo posee el volumen y la profundidad de un Heldentenor. Precisamente por eso Siegel y Vogt se complementaron tan bien.
La afinación de Siegel fue excelente y se entendió prácticamente cada palabra. Al mismo tiempo, no convirtió a Mime únicamente en una figura estridente. Una y otra vez, su voz adquiría un carácter sorprendentemente lírico. Eso añadió nuevos colores al personaje y evitó que se convirtiera en una simple caricatura.
Quizá el mejor Wotan de Volle
Michael Volle volvió a demostrar como el Caminante todo lo que lleva dentro su voz. El tercer acto es especialmente difícil para este personaje: las notas altas y dramáticas se alternan con esa profundidad negra que el Caminante necesita al mismo tiempo.
Volle posee ambas cosas y nunca cae en el forzamiento. A ello se suma la enorme gravitas que aporta ya de forma casi natural al personaje. No se limita a interpretar al Caminante, sino que se funde con él. Cada frase parece pensada sin sonar nunca calculada.
Quizá sea incluso su mejor Wotan.
Jochen Schmeckenbecher también encajó muy bien como Alberich con su característico barítono. Las escenas dialogadas le sientan especialmente bien. Estuvo seguro en el registro agudo, trabajó muy bien el texto y construyó un Alberich convincente.
Peter Rose, por su parte, cantó un Fafner sorprendentemente fluido. No fue un monstruo amenazante, sino un Fafner inesperadamente humano y muy lírico. Dentro de este reparto, ese enfoque diferente funcionó muy bien.
Una Erda peligrosa
La Erda de Christa Mayer es ya casi legendaria, y se entiende rápidamente por qué. Solo con su manera de interpretar introduce inmediatamente una sensación de peligro en la escena. Especialmente interesante fue su interacción con Thielemann. Se nota que ambos se conocen muy bien y jugaron juntos tanto con la dinámica como con el tempo.
También funcionaron muy bien los saltos entre los distintos registros. Está esa zona grave, amplia y oscura, y por encima unos agudos sorprendentemente brillantes. Así, una escena relativamente breve adquiere un peso enorme.
Victoria Randem como el Pájaro del bosque fue, por desgracia, prácticamente incomprensible. Aunque hay que reconocer que esta parte tampoco lo pone nada fácil. A cambio, cantó unas coloraturas preciosas y en su voz se percibe un claro potencial dramático.
Brünnhilde, Camilla Nylund: ¡Wow!
Lo que Camilla Nylund aporta a Brünnhilde simplemente a través de su voz es increíble. A veces casi no necesita actuar, porque la propia voz ya lo cuenta todo.
Y Nylund no es una cantante que grite. Sus grandes estallidos nacen desde dentro y después se expanden por todo el Festspielhaus. No solo se escuchan, sino que se sienten físicamente. Al mismo tiempo, ella misma marca la dirección musical. Si Thielemann va demasiado lento para ella, cambia el tempo y la orquesta la sigue. Precisamente esa libertad hizo que el dúo final estuviera tan vivo.
Especialmente impresionante fue «Ewig war ich, ewig bin ich». En los pasajes dulces y líricos, Nylund llegó incluso a introducir pequeños adornos y coloraturas, jugando con los colores de la voz y consiguiendo al mismo tiempo mantener la intensidad dramática incluso en las notas agudas y suaves.
Esta no fue una Brünnhilde definida por el volumen. Nylund combina finura lírica, colores, agudos y estallidos altamente dramáticos, y lo hace con una libertad absoluta. Una interpretación virtuosa.
Veit Störmer




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