Ein Festakt für die Menschlichkeit: Bayreuth 150,Beethovens Neunte eröffnet ein Festival des Neubeginns
- Dr. Eloi de Tera
- hace 1 día
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Gestern wurde in Bayreuth das 150. Festival eröffnet – allerdings nicht mit einer Oper, sondern mit einem Festakt. Manch eingefleischter Wagnerianer dürfte diese Entscheidung mit Skepsis betrachtet haben.
Vielleicht ist es ohnehin die größte Überraschung dieser Jubiläumsausgabe, dass ausgerechnet zum 150. Jahrestag des Festivals kein neuer monumentaler Ring des Nibelungen entstanden ist, sondern eine Produktion, die nahezu ohne Bühnenbild auskommt und stattdessen auf Projektionen künstlicher Intelligenz setzt. Ob dies der historischen Bedeutung des Jubiläums gerecht wird, wird in den kommenden Tagen noch ausführlicher zu diskutieren sein.
Die Entscheidung jedoch, erstmals im Festspielhaus Beethovens Neunte Sinfonie erklingen zu lassen, war ebenso mutig wie faszinierend. Schließlich war es genau dieses Werk, das Richard Wagner selbst zur Feier der Grundsteinlegung des Festspielhauses auswählte – wenn auch damals noch im Markgräflichen Opernhaus, da das Festspielhaus noch nicht existierte.
Für Wagner war Beethoven weit mehr als ein verehrter Komponist. Er war Ursprung und Fundament seines gesamten musikalischen Denkens. Nicht zufällig stand eine Büste Beethovens in Wahnfried; vielmehr ruhte Wagners eigenes Universum auf jenem Fundament, das Beethoven gelegt hatte.
Wer Wagners frühe Werke betrachtet – vor allem seine einzige Sinfonie aus Jugendjahren –, erkennt darin unverkennbar eine tiefe Verneigung vor Beethovens harmonischer Welt. Wagner sollte später eine vollkommen neue musikalische Sprache schaffen, aus der große Teile der Musik des 20. Jahrhunderts hervorgingen. Doch Wagner ist ohne Beethoven kaum denkbar – und insbesondere nicht ohne dessen Neunte Sinfonie.
Jenes Werk, das einst als erste große Chorsinfonie die Musikwelt erschütterte, wurde zum Ausgangspunkt nahezu aller monumentalen Chorwerke, die darauf folgten. Auch die großen Chorszenen Wagners – etwa im Tannhäuser – tragen unverkennbar Spuren dieses Erbes.
Hinzu kommt, dass Wagner selbst einen bedeutenden Essay über die Interpretation der Neunten Sinfonie und ihre bildhafte Dimension verfasste. Gerade diese Gedanken inspirierten später Gustav Klimt zu seinem berühmten Beethovenfries im Wiener Secessionsgebäude.
Vor diesem Hintergrund war es ein bewegender Moment, Beethovens Neunte erstmals von der Bühne des Bayreuther Festspielhauses erklingen zu hören.
Freilich ist dieses Haus nie als Konzertsaal konzipiert worden, und das blieb akustisch spürbar. Doch der Festakt verstand sich nicht als perfektes Konzert, sondern als feierliche Ouvertüre zu einem Festival, das heute mit Rienzi seinen eigentlichen Beginn findet.
Das Festspielhaus wurde für den Ring des Nibelungen erbaut – nicht für Rienzi und auch nicht für Beethovens Neunte. Deshalb bleibt jede Aufführung solcher Werke an diesem Ort ein gewisses Wagnis. Dennoch erwies sich dieses Wagnis als lohnend.
Auch die Ansprachen der politischen Vertreter und der Familie Wagner prägten den Abend. Besonders ein Satz von Katharina Wagner verdient es, in Erinnerung zu bleiben. Mit einem unmissverständlichen Nein erklärte sie, Bayreuth sei kein Ort für politischen Extremismus, politische Instrumentalisierung oder Antisemitismus.
In einer Zeit, die zunehmend von Polarisierung, Chauvinismus und ideologischer Radikalisierung geprägt ist, setzte sie damit ein klares Zeichen. Das Publikum antwortete mit lang anhaltendem Applaus und kräftigem Stampfen auf den Holzböden des Festspielhauses.
Wie sehr sich die Zeiten doch verändert haben!
Katharina Wagners Worte markieren einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit. Sie lösen Bayreuth endgültig von jenem Schatten, unter dem das Festival über Jahrzehnte stand und den manche bis heute politisch vereinnahmen möchten. Als Hüterin dieses Erbes zog sie eine klare Grenze – ohne Zögern und ohne jede Zweideutigkeit. Dafür gebührt ihr großer Respekt.
Gerade deshalb wirkte Beethovens Neunte an diesem Abend aktueller denn je. Sie wird gemeinhin als „Ode an die Freude“ bezeichnet, doch letztlich ist sie weit mehr: ein Hymnus auf Frieden, Menschlichkeit und Freiheit. In einer Welt voller Kriege und wachsender Extreme erinnert sie daran, was uns als Menschen verbindet.
So hallten an diesem Abend nicht nur Katharina Wagners Worte lange nach, sondern ebenso die Klänge von Beethovens Neunter.
Die musikalische Leitung lag bei Christian Thielemann, der den Festakt zunächst mit dem Vorspiel zu Die Meistersinger von Nürnberg eröffnete und anschließend die Neunte Sinfonie dirigierte.
Man merkte durchaus, dass dem Festivalorchester nur wenige Proben zur Verfügung gestanden hatten, und auch Thielemann schien nicht seinen allerinspiriertesten Abend zu erleben. Doch all dies trat letztlich in den Hintergrund. Dieser Abend lebte weniger von makelloser Perfektion als von seiner Symbolkraft und seiner emotionalen Bedeutung. Man darf hoffen, dass mit Rienzi nun auch musikalisch der eigentliche Festivalrhythmus beginnt.
Die Aufführung der Neunten selbst geriet dennoch zu einem beeindruckenden Erlebnis – vor allem dank des Chores der Bayreuther Festspiele, der unter der Leitung von Thomas Eitler-de Lint einmal mehr bewies, warum er als das eigentliche Rückgrat des Festivals gilt. Mit außergewöhnlicher Homogenität, Präzision und Ausdruckskraft verlieh der Chor Beethovens monumentalem Finale jene klangliche Größe und emotionale Tiefe, die dieses Werk verlangt. Auch das Festivalorchester überzeugte. Obwohl es sich jeden Sommer neu aus Musikerinnen und Musikern führender europäischer Orchester zusammensetzt, gelang es ihm erneut, dieses musikalische Monument mit bemerkenswerter Geschlossenheit und klanglicher Noblesse zu gestalten. Kleinere Ungenauigkeiten traten angesichts der Gesamtwirkung kaum ins Gewicht.
Auch das Solistenquartett erwies sich als der Feierlichkeit des Anlasses vollkommen würdig. Elza van den Heever gestaltete ihren Sopranpart mit strahlender Höhe und großer Ausdruckskraft, während Christa Mayer dem Alt mit ihrer warmen, tiefgründigen Stimme jene Ruhe und Würde verlieh, die diese Musik verlangt. Klaus Florian Vogt, dessen Stimme seit Jahrzehnten untrennbar mit Bayreuth verbunden ist, überzeugte mit der charakteristischen Klarheit und Leuchtkraft seines Tenors, während Georg Zeppenfeld mit seinem noblen Bass, seiner souveränen Phrasierung und seiner beeindruckenden Bühnenpräsenz das Solistenensemble eindrucksvoll abrundete. Gemeinsam verliehen sie Beethovens humanistischer Botschaft eine große musikalische Überzeugungskraft.
Wie jedes Jahr zeigte sich auch diesmal, dass der Eröffnungstag ein besonderes Publikum anzieht. Nicht ausschließlich die unerschütterlichen Wagner-Kenner oder jene Musikliebhaber, die jede Nuance der Partitur verfolgen, sondern auch viele Gäste, für die das gesellschaftliche Ereignis mindestens ebenso wichtig ist wie die Musik selbst.
Das spiegelte sich auch im Zuschauerraum wider. Zwischen dem sonst so konzentrierten Bayreuther Publikum sah man nicht wenige Besucher, die sich während der „Ode an die Freude“ im Takt bewegten oder den Kopf zur Musik wiegten – ein Anblick, der manchen Puristen durchaus irritiert haben dürfte.
So blieb dieser Abend das, was er sein wollte: ein feierlicher, festlicher und zugleich hochsymbolischer Auftakt.
Und vielleicht verdienen gerade deshalb die Worte Katharina Wagners, über diesen Abend hinaus in Erinnerung zu bleiben. Bayreuth ist kein Ort politischer Instrumentalisierung, kein Ort des Antisemitismus und kein Ort demokratiefeindlicher Ideologien. Bayreuth steht heute für das genaue Gegenteil.
Dr. Eloi de Tera, Direktor des Lohengrin Magazin


Bayreuth Opens its 150th Festival with Beethoven and an Unmistakable Commitment to Democracy and Humanity
Yesterday marked the opening of the 150th Bayreuth Festival, and it did so not with an opera, but with a ceremonial Festakt. For the most devoted Wagnerians, this choice may well have seemed surprising—even questionable. It is true that perhaps the greatest surprise of this anniversary edition is not only the decision to inaugurate the Festival with Beethoven's Ninth Symphony, but also the fact that this year's Ring des Nibelungen arrives with an almost bare stage and projections generated through artificial intelligence, rather than with a completely new monumental production worthy of celebrating one hundred and fifty years since the Festival's foundation. This, however, is a subject that deserves a more detailed discussion in the coming days.
The decision to perform Beethoven's Ninth Symphony inside the Bayreuth Festspielhaus for the very first time was undoubtedly bold, unusual and deeply symbolic. It was, after all, the very work Richard Wagner himself chose for the Grundsteinlegung—the laying of the Festival Theatre's foundation stone—in 1872, although on that occasion the performance naturally took place in the Margravial Opera House, as the Festspielhaus had not yet been built.
For Wagner, Beethoven represented far more than an admired composer. He was the origin, the foundation upon which Wagner built his own artistic universe. Beethoven's bust occupied a place of honour in Villa Wahnfried, but his importance went much deeper than symbolism. He was the cornerstone of Wagner's musical thought.
Anyone listening to Wagner's youthful Symphony in C Major quickly recognises it as an unmistakable homage to Beethoven's harmonic language. Wagner would later create a revolutionary musical world from which much of twentieth-century music would emerge, yet that world could never have existed without Beethoven—and above all without the Ninth Symphony.
That extraordinary symphony, which astonished Europe by introducing the human voice into the symphonic tradition, became the great monument upon which virtually all later monumental choral writing was built. Many of Wagner's own great choral scenes—one need only think of Tannhäuser—owe an undeniable debt to Beethoven's final symphony.
It is equally significant that Wagner himself devoted an essay to the interpretation of Beethoven's Ninth Symphony, reflecting upon the visual imagery suggested by its music. Those ideas later inspired Gustav Klimt's celebrated Beethoven Frieze, created for the Vienna Secession.
For all these reasons, hearing Beethoven's Ninth Symphony resound yesterday for the first time from the stage of the Bayreuth Festspielhaus was a profoundly moving historical event.
Admittedly, the theatre was never designed for symphonic concerts, and this was occasionally noticeable in the acoustics. Yet the Festakt should not be judged as an ordinary concert. It was conceived as a festive ceremonial occasion—a symbolic prelude to a Festival that officially begins today with Rienzi.
The Festspielhaus was built for Der Ring des Nibelungen, not for Rienzi, nor indeed for Beethoven's Ninth Symphony. Acoustically, this will always be apparent, and one may reasonably question the wisdom of performing works that Wagner himself never intended for this theatre. Nevertheless, the experience proved entirely worthwhile.
If one had to summarise yesterday's speeches by political representatives and members of the Wagner family, one moment deserves to be remembered in golden letters.
Katharina Wagner declared, with unequivocal clarity, that Bayreuth is not a place for political extremism, political manipulation or antisemitism.
In a world increasingly marked by polarisation, chauvinism and ideological radicalisation, her words resonated throughout the theatre with extraordinary force. The audience responded with prolonged applause, many spectators even stamping their feet upon the wooden floor of the Festspielhaus.
How times have changed.
Katharina Wagner's words deserve particular recognition because they represent a definitive break with a difficult chapter of Bayreuth's history. They reject any attempt to transform the Festival into a platform for extremist political ideologies. As heir to this unique institution, she established a clear moral boundary—firmly, confidently and without hesitation. It is a gesture for which the musical world should remain grateful.
In a world still overshadowed by wars, conflict and the growing advance of political extremism across Europe and beyond, Beethoven's Ninth Symphony remains a breath of fresh air. Although universally known as the Ode to Joy, it is perhaps even more profoundly a hymn to peace, to humanity and to democratic freedom. It reminds us of our common humanity, our capacity for empathy and our responsibility towards one another.
Yesterday, both Katharina Wagner's words and Beethoven's music carried that message with remarkable power.
Christian Thielemann conducted the ceremony, opening with the Prelude to Die Meistersinger von Nürnberg before leading a compelling performance of Beethoven's Ninth Symphony.
It must be acknowledged that the limited rehearsal time available to the Festival Orchestra occasionally revealed itself, and perhaps Thielemann was not entirely at his absolute best. Yet such reservations ultimately seem insignificant, for this was an occasion whose greatest strength lay not in absolute musical perfection but in its symbolism and emotional resonance. One may confidently hope that, with today's performance of Rienzi, the Festival will now move fully into its musical stride.
The performance of Beethoven's Ninth Symphony reached its highest level in the final movement. The Bayreuth Festival Chorus, magnificently prepared by Thomas Eitler-de Lint, once again demonstrated why it remains one of the Festival's greatest artistic treasures. Their singing possessed extraordinary precision, balance and expressive power, forming the true backbone of the performance.
The Festival Orchestra also delivered a remarkable achievement. Considering that it is assembled each summer from musicians drawn from leading orchestras throughout Europe, the degree of cohesion, richness of sound and stylistic unity they achieved in Beethoven's monumental score was admirable, despite a handful of minor imperfections.
The vocal quartet was equally distinguished. Elza van den Heever brought luminous brilliance and expressive intensity to the soprano part, while Christa Mayer offered warmth, authority and remarkable depth in the alto lines. Klaus Florian Vogt, with his unmistakably radiant and lyrical timbre, sang the demanding tenor part with elegance and remarkable ease, and Georg Zeppenfeld provided the bass solo with noble authority and profound musical intelligence. Together they crowned the symphony with a performance fully worthy of the occasion.
As is often the case on the Festival's opening day, one sensed that many members of the audience had come less as devoted Wagnerians than as participants in a major social event. The familiar silence and concentrated attention of Bayreuth's regular audiences gave way, at moments, to a more demonstrative atmosphere. During the Ode to Joy, one could even see spectators gently moving to the rhythm of the music—something that more traditional listeners might have found slightly distracting.
Yet that, too, formed part of yesterday's celebration.
It was a festive, solemn and deeply symbolic occasion.
And perhaps the words that deserve to remain with us above all are those spoken by Katharina Wagner. Bayreuth is no longer a place for political manipulation or anti-democratic ideology. On the contrary, it stands today as a place where art, humanity and democratic values speak with one voice.
Dr. Eloi de Tera, Director of Lohengrin Magazine

Bayreuth 150: La Novena de Beethoven inaugura un nuevo capítulo
Ayer comenzó la 150.ª edición del Festival de Bayreuth, y lo hizo no con una ópera, sino con un acto festivo (Festakt). Para muchos wagnerianos esto pudo parecer una decisión inesperada, e incluso discutible. Sin embargo, si algo sorprende verdaderamente de este año no es la presencia de Beethoven, sino que el aniversario se celebre sin una nueva gran producción del Ring des Nibelungen. En su lugar, nos encontramos con un Anillo prácticamente desprovisto de escenografía y apoyado en proyecciones realizadas mediante inteligencia artificial. Sobre ello volveremos con más profundidad en los próximos días.
La decisión de hacer sonar por primera vez la Novena Sinfonía de Beethoven desde el escenario del Festspielhaus fue, en realidad, tan arriesgada como profundamente significativa. Fue precisamente esta la obra que el propio Wagner eligió para la Grundsteinlegung, la ceremonia de colocación de la primera piedra del Festival. Aquella interpretación, naturalmente, tuvo lugar en el Teatro de la Ópera de los Margraves, pues el Festspielhaus aún no existía.
Para Wagner, Beethoven representaba las raíces mismas de su universo artístico. No era únicamente el compositor cuyo busto presidía Villa Wahnfried, sino la piedra angular sobre la que edificó todo su lenguaje musical. Basta escuchar la Sinfonía en do mayor que Wagner compuso en su juventud para descubrir un homenaje evidente al universo armónico de Beethoven. Wagner acabaría creando un lenguaje completamente nuevo, del que bebería buena parte de la música del siglo XX, pero ese universo no puede entenderse sin Beethoven.
Y, sobre todo, no puede entenderse sin la Novena Sinfonía. Aquella revolucionaria sinfonía coral se convirtió en el gran monumento sobre el que se asentaría toda la escritura coral posterior. Los inmensos coros que encontramos en las óperas maduras de Wagner —baste pensar en Tannhäuser— hunden también sus raíces en esa partitura inmortal.
Conviene recordar, además, que el propio Wagner escribió un ensayo dedicado a la interpretación de la Novena Sinfonía y a las imágenes visuales que esta sugería. Aquellas reflexiones inspiraron posteriormente a Gustav Klimt para crear el célebre Friso de Beethoven, conservado hoy en el edificio de la Secesión de Viena.
Por todo ello, escuchar ayer por primera vez la Novena Sinfonía de Beethoven desde el escenario del Festspielhaus constituyó un acontecimiento de enorme relevancia histórica y emocional.
Es cierto que el Festspielhaus nunca fue concebido como una sala de conciertos. Su extraordinaria acústica fue diseñada específicamente para el teatro musical de Wagner, y eso pudo percibirse claramente durante la velada. Sin embargo, el Festakt no debe entenderse tanto como un concierto, sino como un preludio solemne y festivo del Festival que comienza verdaderamente hoy con Rienzi. El teatro fue construido para Der Ring des Nibelungen, no para Rienzi y mucho menos para la Novena de Beethoven. Por ello puede afirmarse que hacer sonar allí obras que el propio Wagner nunca quiso escuchar en ese escenario constituye una decisión arriesgada. Pero fue, sin duda, un riesgo que mereció la pena asumir.
Entre los discursos pronunciados por los representantes políticos y por la familia Wagner hubo un momento que merece quedar escrito con letras de oro. Katharina Wagner, con absoluta claridad y sin el menor titubeo, afirmó que Bayreuth no es la casa del extremismo político, de la manipulación ideológica ni del antisemitismo.
En un mundo marcado cada vez más por la polarización, el chauvinismo y la radicalización, aquellas palabras resonaron con enorme fuerza dentro del Festspielhaus. El público respondió con una larga ovación, acompañada incluso por el tradicional golpeteo de pies sobre el suelo de madera del teatro.
Cómo cambian los tiempos.
Las palabras de Katharina Wagner representan una ruptura definitiva con el pasado. Alejan al Festival de quienes todavía querrían convertir Bayreuth en un instrumento de determinadas ideologías extremistas. Como heredera de este lugar único, levantó un muro claro e inequívoco frente a cualquier intento de apropiación política del Festival. Fue un gesto de enorme valentía que la historia debería recordar.
En un mundo atravesado por guerras, conflictos y un preocupante avance de los extremismos en Europa y en otros continentes, la Novena Sinfonía de Beethoven continúa siendo mucho más que el célebre Himno a la Alegría. Es, sobre todo, un canto a la paz, a la humanidad, a la fraternidad y a la libertad democrática. Del mismo modo que resonaron las palabras de Katharina Wagner, resonó también el mensaje intemporal de Beethoven.
Christian Thielemann dirigió la velada, comenzando con el Preludio de Los maestros cantores de Núremberg antes de abordar la monumental Novena Sinfonía.
Es cierto que se percibía que la orquesta había dispuesto de pocos ensayos para preparar un acto tan singular, y quizá Thielemann no se encontraba en uno de sus días más inspirados. Sin embargo, esa circunstancia resulta casi secundaria. Lo verdaderamente importante de esta inauguración era su enorme carga simbólica y emocional, mucho más que la búsqueda de una perfección absoluta. Cabe esperar que, a partir de hoy con Rienzi, el nivel musical alcance plenamente la excelencia habitual de Bayreuth.
La interpretación de la Novena Sinfonía fue, con todo, imponente, gracias sobre todo al extraordinario Coro del Festival de Bayreuth, auténtica columna vertebral de esta institución. Bajo la dirección de Thomas Eitler-de Lint, el coro volvió a demostrar por qué sigue siendo una de las mejores formaciones corales del mundo operístico, ofreciendo una lectura de enorme fuerza, claridad y nobleza.
La Orquesta del Festival de Bayreuth, formada cada verano por músicos procedentes de algunas de las mejores orquestas de Europa, volvió a demostrar una cohesión admirable. Más allá de algunos pequeños desajustes inevitables, logró construir con enorme solidez el gigantesco edificio sonoro de la Novena Sinfonía.
Los cuatro solistas estuvieron igualmente a la altura del acontecimiento. Elza van den Heever aportó una línea de soprano luminosa y expresiva; Christa Mayer ofreció la profundidad y la nobleza de su voz; Klaus Florian Vogt, cuya inconfundible sonoridad forma ya parte de la identidad artística de Bayreuth, cantó con la musicalidad y elegancia que le caracterizan; y Georg Zeppenfeld, uno de los grandes pilares del Festival, coronó el cuarteto con la autoridad, serenidad y belleza de su magnífico bajo. Juntos conformaron un conjunto vocal plenamente digno del monumento beethoveniano.
Como suele suceder en la jornada inaugural del Festival, el público era también diferente al habitual. Al primer día no acuden únicamente los grandes aficionados a Wagner o los melómanos más fieles, sino también muchas personas que desean formar parte del gran acontecimiento social del verano europeo.
Eso se percibía claramente en la sala. Frente al habitual público del Festspielhaus, prácticamente inmóvil durante toda la representación, podían verse numerosos espectadores moviendo la cabeza al ritmo del Himno a la Alegría. Una actitud que quizá incomodó a algunos asistentes más tradicionales, pero que reflejaba igualmente el carácter festivo de la celebración.
La velada de ayer fue, por tanto, un acto solemne, festivo y profundamente simbólico. Y quizá las palabras que deberían permanecer para el futuro sean precisamente las pronunciadas por Katharina Wagner. Bayreuth ya no es un lugar para la manipulación política ni para la antidemocracia. Hoy representa exactamente lo contrario.
Dr. Eloi de Tera, Director de Lohengrin Magazine




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