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Ein außergewöhnlicher Siegfried von Benjamin Bruns rettet einen unsäglichen Münchner Siegfried

Dr. Eloi de Tera
hace 26 minutos
14 min de lectura

Siegfried, Richard Wagner

Bayerische Staatsoper München

29. Oktober 2026 – Premiere

Inszenierung: Tobias Kratzer. Musikalische Leitung: Vladimir Jurowski.

Voices: Benjamin Bruns, Matthias Klink, Nicholas Brownlee, Georg Nigl, Timo Rihonen, Wiebke Lehmkuhl, Simone Schneider, Leo Eisenreich, Solist des Tölzer Knabenchors


Es ist zunächst einmal traurig, feststellen zu müssen, wie schamlos heutige Opernregisseure voneinander abschreiben. Was ist das eigentlich für eine Mode geworden, Siegfried als verzogenes Kind darzustellen, das Spielzeug verbrennt, damit das Publikum den Gestank von verschmortem Plastik riechen kann? Das haben wir bereits in Dmitri Tcherniakovs Berliner Ring erlebt. Nun mussten wir dasselbe in München erneut ertragen, diesmal sogar in einer noch schlechteren Version.


Doch damit nicht genug. Tobias Kratzers Inszenierung entbehrt jeglicher Logik und nimmt keinerlei Rücksicht auf Wagners Libretto. Man muss sich nur das vermeintliche Walhall ansehen, das in ein Fitnessstudio verwandelt wurde: Auf einer vollkommen kahlen, geradezu erbärmlich wirkenden Bühne stemmen einige Soldaten Gewichte. Wirklich? Soll das die große neue Münchner Produktion sein? Ist das tatsächlich jener Ring, den angeblich jeder gesehen haben muss, weil er nun als die weltweit neueste und interessanteste Errungenschaft des Musiktheaters gilt?


Es tut mir leid, aber ohne mich. Dieser Ring ist eine einzige Schande.

Hinzu kommt der Umgang mit den Vögeln. Da wird ein armer Falke von Alberich erschossen, gelangt in Siegfrieds Hände und singt im Sterben jene berühmten Worte, die den Helden zu Brünnhilde führen beziehungsweise ihn auf den bevorstehenden Mord an Mime hinweisen.


Noch befremdlicher war allerdings etwas, das man gerade in Deutschland, wo dem Tierschutz gewöhnlich so große Bedeutung beigemessen wird, kaum erwarten würde: Zwei lebende Raben waren in einem Käfig auf der Bühne eingesperrt und wirkten während einer besonders heftigen, lärmenden Orchesterpassage durch die Musik völlig verängstigt und nervös. War das wirklich notwendig? Selbstverständlich nicht.


Immerhin durften wir zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder einen Ring erleben, in dem Grane tatsächlich als lebendiges Pferd auf der Bühne erschien. Endlich wieder ein echtes Pferd! Man hatte beinahe geglaubt, dass dies endgültig der Vergangenheit angehöre.

Zu den schlimmsten szenischen Einfällen dieser Produktion gehört zweifellos die Entscheidung, Benjamin Bruns praktisch den gesamten ersten Akt mit der Partitur in der Hand singen zu lassen, während ein Kind versucht, den kleinen Siegfried darzustellen. Eine dramaturgische Idee, die nicht nur vollkommen misslingt, sondern auch den Sänger in eine absurde Situation bringt.


Und dann ist da wieder diese geradezu obsessive Lust am Verbrennen, die offensichtlich aus Tcherniakovs Berliner Ring übernommen wurde. Diesmal wird nicht nur ein Tier in einen Ofen gesteckt, sondern auch eine Pizza verbrannt. Ein Laden wird mit Rauch gefüllt, um schließlich ein Spielzeugschwert hervorzuholen. Man glaubt kaum, was einem da alles zugemutet wird.


Offenbar besteht die neueste Mode darin, Wagners Ring in eine Art Kindermärchen zu verwandeln. Sogar ein Polizeiauto durfte auf der Bühne nicht fehlen. Auch Kratzer musste wohl seine kleine Hommage an Calixto Bieito unterbringen, obwohl er diesem nicht einmal annähernd das Wasser reichen kann.


Was mich an diesem Abend allerdings am meisten überraschte, war nicht einmal die Inszenierung selbst, sondern das Verhalten eines geradezu erschreckend gefälligen Publikums. Dieses Publikum war nicht einmal imstande, die Regie angemessen auszubuhen. Im Gegenteil: Offenbar empfand man das Gesehene als wunderbar.

Sind wir tatsächlich schon so weit gekommen, dass man in München Wagners Libretto nach Belieben zerstören kann und das Publikum nicht nur applaudiert, sondern eine solche Produktion auch noch großartig findet?

Es ist beschämend.


Besonders unerträglich waren jene Videoprojektionen, die sich auf primitive und oberflächliche Weise über die Religion lustig machten. Selbstverständlich kann man Religion kritisieren, hinterfragen oder satirisch behandeln. Aber dazu braucht es intellektuelle Tiefe, Bildung und vor allem eine wirkliche Kenntnis der christlichen Gedankenwelt. Wer sich intensiv mit dem Christentum und seiner Geschichte beschäftigt hat, kann daraus eine intelligente, anspruchsvolle Kritik entwickeln.


Sich jedoch einfach nur um des Lachens willen darüber lustig zu machen, ist nicht einmal besonders provokant. Es ist schlicht ungebildet.

Noch erstaunlicher war es, in einem voll besetzten Münchner Opernhaus Menschen zu erleben, die man eigentlich für kultiviert halten sollte und die bei jeder noch so banalen Projektion in schallendes Gelächter ausbrachen, sodass man die Musik kaum noch hören konnte.


Ist das wirklich das Niveau, auf dem wir mittlerweile angekommen sind? Welche Schande!

Doch wenden wir uns endlich dem zu, was an diesem Abend wirklich von Bedeutung war: dem Siegfried von Benjamin Bruns.


Benjamin Bruns ist kein Tenor, den man ohne Weiteres als klassischen Heldentenor bezeichnen könnte. Doch das hindert mich keineswegs daran, festzustellen, dass sein Siegfried zu den besten gehört, die ich in den vergangenen Jahren gehört habe.

Es ist kein brüllender Siegfried, keiner, der seine Wirkung durch pausenlose Lautstärke erzielen möchte. Zugleich ist es aber auch kein rein lyrischer Siegfried. Bruns bewegt sich auf bemerkenswerte Weise zwischen lyrischem Tenor und Heldentenor und verfügt über eine Kraft, die im Verlauf der drei Akte immer eindrucksvoller zur Geltung kam.


Besonders bemerkenswert war seine kluge Einteilung der Kräfte. Bruns wusste genau, wie er mit seiner Stimme umgehen musste, und steigerte seine Leistung kontinuierlich, bis er den letzten Akt mit einer geradezu überwältigenden stimmlichen Präsenz erreichte.

Seine Höhen besitzen einen ganz besonderen lyrischen Schmelz, eine fleischige, leuchtende Klangfarbe, die stark an Michael Spyres erinnert, allerdings mit einer noch größeren Durchschlagskraft. Diese Verbindung von lyrischer Schönheit, stimmlicher Substanz und dramatischer Energie macht seinen Siegfried so außergewöhnlich.

Zugegeben: Im ersten Akt, als er mit der Partitur in der Hand singen musste, kamen zunächst gewisse Zweifel auf. Doch diese verschwanden im weiteren Verlauf des Abends vollständig. Bruns wuchs von Akt zu Akt über sich hinaus und schuf eine Interpretation, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Der Höhepunkt kam im Schlussduett mit Brünnhilde, insbesondere bei den berühmten Worten „Leuchtende Liebe, lachender Tod!“, einer der anspruchsvollsten Stellen des gesamten Ring, bei der Tenor und Sopran die Oper mit höchster Intensität, Geschwindigkeit und stimmlicher Kraft zum Abschluss bringen müssen.


Was Bruns hier leistete, war außerordentlich. Ich habe seit Langem keinen derart überzeugenden Schluss eines Siegfried gehört.


Allein seinetwegen lohnt es sich, diesen Abend in Erinnerung zu behalten. Benjamin Bruns rettete mit seiner herausragenden Leistung eine ansonsten unsägliche Produktion.

Sein Siegfried war nicht nur stimmlich beeindruckend, sondern zeichnete sich auch durch eine bemerkenswerte Musikalität, ein fein entwickeltes Gespür für die Phrasierung und eine außergewöhnliche lyrische Qualität aus. Vor allem die strahlenden Höhen, die sich mit zunehmender dramatischer Intensität entfalteten, machten diese Interpretation zu einem wirklichen Ereignis.



An seiner Seite sang Simone Schneider eine durchaus überzeugende Brünnhilde. Ihre Interpretation war von großer stimmlicher Kraft geprägt, mit brillanten Höhen und einer insgesamt sehr soliden Leistung. Wir dürfen gespannt sein, wie sich ihre Brünnhilde in der Götterdämmerung entwickeln wird, wo sich ihre Leistung noch besser beurteilen lassen dürfte.

Zu den herausragenden Sängern des Abends gehörte zweifellos Nicholas Brownlee als Wanderer.

Brownlee entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Wotan-Interpreten unserer Zeit. Wer ihn bereits mehrfach in Konzerten und anderen musikalischen Zusammenhängen erlebt hat, weiß, dass er sogar noch mehr zu leisten vermag. Sein Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft. Dennoch war seine gestrige Interpretation wunderbar.

Seine stimmliche Autorität, die Kraft seiner Darstellung und die Qualität seines Gesangs machten ihn zu einer der eindrucksvollsten Erscheinungen dieses Abends. Man darf mit großer Erwartung verfolgen, wie sich seine Interpretation dieser gewaltigen Wagner-Partie weiterentwickeln wird.

Nicht weniger beeindruckend war Georg Nigl als Alberich. Eine gutturale, mächtige, außerordentlich präsente Stimme, die den Anforderungen der Partie in jeder Hinsicht gerecht wurde. Seine Interpretation war makellos und gehörte zweifellos zu den besten Alberich-Darstellungen, die ich in den vergangenen Jahren in einem Siegfried gehört habe.

Der von Matthias Klink gesungene Mime war ebenfalls eine beachtliche Leistung. Zwar scheint seine Stimme nicht unbedingt die ideale für diese Partie zu sein, da es ihr stellenweise an Projektion und Durchschlagskraft mangelt. Dennoch gelang es dem Tenor, sich gegen das Orchester zu behaupten, die Figur überzeugend zu gestalten und einen insgesamt sehr runden, bemerkenswerten Mime zu präsentieren.

Auch Timo Riihonen als Fafner verdient ausdrücklich Erwähnung. Obwohl seine Partie verhältnismäßig kurz ist, wurde sie mit großer Sorgfalt und auf bemerkenswertem Niveau gesungen.

Ebenso überzeugte Wiebke Lehmkuhl als Erda mit einer farbenreichen, kraftvollen Stimme und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz. Ihre Interpretation verlieh der Figur jene vokale Autorität, die diese kurze, aber bedeutende Erscheinung verlangt.

Eine erfreuliche Überraschung bot schließlich Leo Eisenreich, Solist des Tölzer Knabenchors, als Stimme des Waldvogels. Hier war eine vielversprechende Nachwuchsstimme zu erleben, die durch eine außerordentlich schöne Vokalisation, sorgfältige Phrasierung und eine bemerkenswerte Klangschönheit auf sich aufmerksam machte. Eine Leistung, die besondere Anerkennung verdient.


Leider stand die orchestrale Seite dieses Abends in einem geradezu schmerzhaften Gegensatz zu den herausragenden Leistungen einiger Sänger.

Vladimir Jurowskis musikalische Leitung war enttäuschend. Seine Interpretation besaß weder die notwendige Energie noch jene innere Spannung und dramatische Kraft, die Wagners Siegfried verlangt.


Es fehlte an Kontrasten, an musikalischem Atem und an einer überzeugenden Gestaltung der großen Spannungsbögen. Vieles klang kalt, distanziert und merkwürdig kraftlos. Jurowski gelang es nicht, dem Werk jene überwältigende musikalische Dimension zu verleihen, die es eigentlich besitzt.


Hinzu kam eine ausgesprochen erratische Tempogestaltung. Immer wieder entstand der Eindruck, dass die Tempi nicht wirklich kontrolliert wurden und dass die notwendige Geschlossenheit zwischen Orchester und Dirigent fehlte.


Das Ergebnis war eine Interpretation, der es an wagnerischer Größe und dramatischer Überzeugungskraft mangelte.


Noch schwerer wiegt allerdings die schwache Leistung des Bayerischen Staatsorchesters. Von einem Orchester dieses Ranges darf und muss man wesentlich mehr erwarten.

Besonders die Blechbläser erlebten einen ausgesprochen unglücklichen Abend. Mehrfach waren deutliche Intonationsprobleme zu hören, die einzelnen Gruppen wirkten unausgewogen, und an verschiedenen Stellen fehlte die rhythmische Präzision. Auch das Zusammenspiel war wiederholt problematisch, sodass man den Eindruck gewinnen musste, dass Teile des Orchesters nicht im selben Tempo musizierten.

Solche Fehler sind bei einem Orchester wie dem der Bayerischen Staatsoper schlicht nicht hinnehmbar.


Umso erstaunlicher war der begeisterte Applaus, mit dem das Publikum diese musikalische Leistung bedachte. Abgesehen von einigen wenigen Buh-Rufen wurde das Orchester geradezu enthusiastisch gefeiert, obwohl es sich um einen seiner schwächsten Abende handelte.


Man kann nur hoffen, dass sich diese Leistungen in den kommenden Vorstellungen deutlich verbessern werden.


Was bleibt also von diesem Münchner Siegfried?

Eine Inszenierung von Tobias Kratzer, die sich in einer Aneinanderreihung fragwürdiger Einfälle erschöpft, Wagners Libretto missachtet und immer wieder den Eindruck erweckt, als sei die Provokation wichtiger als jede ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Werk.

Eine musikalische Leitung von Vladimir Jurowski, der es an Energie, dramatischer Spannung und überzeugender Tempogestaltung mangelte, sowie ein Bayerisches Staatsorchester, das an diesem Abend weit hinter seinen Möglichkeiten zurückblieb.

Und schließlich ein Publikum, dessen Begeisterung für diese szenischen Belanglosigkeiten und dessen erstaunliche Nachsicht gegenüber den orchestralen Schwächen kaum nachvollziehbar waren.


Doch es gab auch einen außergewöhnlichen Benjamin Bruns, der mit seinem Siegfried eine der bemerkenswertesten Wagner-Interpretationen der letzten Jahre schuf. Dazu kamen ein wunderbarer Nicholas Brownlee, ein herausragender Georg Nigl und mehrere weitere überzeugende sängerische Leistungen.


Bruns bewies, dass man Siegfried nicht mit pausenlosem Brüllen singen muss. Er zeigte, wie viel lyrische Schönheit, wie viel musikalische Intelligenz und wie viel dramatische Kraft in dieser Partie liegen können, wenn ein Sänger seine Stimme mit solcher Meisterschaft einzusetzen versteht.


Sein Schlussduett wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.


Benjamin Bruns war der große Triumph dieses Abends. Er allein rettete einen Siegfried, dessen szenische und orchestrale Realisierung der Bayerischen Staatsoper München kaum zur Ehre gereicht.


Dr. Eloi de Tera

Direktor des Lohengrin Magazines



Photos: © Monika Rittershaus



An Extraordinary Siegfried from Benjamin Bruns Saves a Disgraceful Munich Siegfried



It is, first of all, rather sad to see how shamelessly today’s opera directors copy one another. What exactly is this new fashion for portraying Siegfried as a spoiled child who burns toys so that the audience can smell the stench of melting plastic? We have already seen all this in Dmitri Tcherniakov’s Berlin Ring. Now we have had to endure it again in Munich, this time in an even worse version.


But that is only the beginning. Tobias Kratzer’s production is devoid of any logic and shows absolutely no respect for Wagner’s libretto. One need only look at the supposed Valhalla, transformed into a gymnasium: on a completely bare, almost pitifully empty stage, a few soldiers lift weights. Really? Is this supposed to be Munich’s great new production? Is this truly the Ring that everyone is apparently expected to see because it is being presented as the latest and most fascinating achievement in the world of music theatre?

I am sorry, but count me out. This Ring is an absolute disgrace.


Then there is the treatment of the birds. A poor falcon is shot by Alberich, ends up in Siegfried’s hands, and, while dying, sings those famous lines that guide the hero towards Brünnhilde or warn him of Mime’s impending murder.


Even more disturbing, however, was something one would hardly expect to encounter in Germany, a country where animal welfare is usually taken so seriously: two live ravens were confined in a cage on stage and appeared utterly frightened and distressed by the noise of the orchestra during a particularly violent and thunderous musical passage. Was this really necessary? Of course not.


At least, for the first time in many years, we were finally able to see a Ring in which Grane appeared on stage as a real, living horse. At last, an actual horse! One had almost begun to believe that such a thing had disappeared into history.

Among the worst theatrical ideas in this production was undoubtedly the decision to make Benjamin Bruns sing practically the entire first act with the score in his hands, while a child attempted to portray the young Siegfried. A dramaturgical concept that not only fails completely but also places the singer in an absurd situation.


And then there is this almost obsessive fascination with burning things, evidently borrowed from Tcherniakov’s Berlin Ring. This time, not only is an animal placed in an oven, but a pizza is also burned. A shop is filled with smoke, only for a toy sword to emerge from it. One can scarcely believe the things one is expected to endure.

Apparently, the latest fashion is to turn Wagner’s Ring into some sort of children’s fairy tale. Even a police car had to make an appearance on stage. Kratzer evidently felt compelled to include his little homage to Calixto Bieito, although he cannot even begin to measure up to him.


What surprised me most about the evening, however, was not even the production itself, but the behaviour of an astonishingly complacent audience. This audience was not even capable of expressing its disapproval of the staging through appropriate booing. Quite the opposite: it apparently considered what it had witnessed to be wonderful.

Have we really reached the point where Wagner’s libretto can be destroyed at will in Munich, and the audience not only applauds but actually considers such a production magnificent?

It is shameful.


Particularly unbearable were the video projections that mocked religion in the most primitive and superficial manner. Of course, religion can be criticised, questioned or treated satirically. But doing so requires intellectual depth, education and, above all, a genuine understanding of Christian thought. Anyone who has seriously studied Christianity and its history can develop an intelligent and sophisticated critique of it.


But simply making fun of religion for the sake of getting a laugh is not even particularly provocative. It is merely ignorant.


Even more astonishing was the spectacle of a packed Munich opera house filled with people one would normally assume to be cultivated, bursting into loud laughter at every trivial projection, to the point where the music could scarcely be heard.

Is this really the level to which we have now descended? What a disgrace!

But let us finally turn to what truly mattered that evening: Benjamin Bruns’s Siegfried.


Benjamin Bruns is not a tenor one could readily describe as a traditional Heldentenor. Yet that does not prevent me from stating that his Siegfried ranks among the finest I have heard in recent years.


This is not a shouting Siegfried, nor one who seeks to make an impression through relentless volume. At the same time, it is not an entirely lyrical Siegfried either. Bruns occupies a remarkable position between the lyric tenor and the Heldentenor, possessing a power that became increasingly impressive as the three acts progressed.


Particularly remarkable was his intelligent management of his vocal resources. Bruns knew precisely how to pace himself and how to use his voice, steadily building his performance until he reached the final act with an almost overwhelming vocal presence.


His high notes possess a very special lyrical warmth, a rich, fleshy and luminous tone that strongly recalls Michael Spyres, although with even greater power and projection. This combination of lyrical beauty, vocal substance and dramatic energy is what makes his Siegfried so exceptional.


Admittedly, during the first act, when he was obliged to sing with the score in his hands, certain doubts initially arose. But these disappeared completely as the evening progressed. Bruns grew from act to act, ultimately delivering an interpretation that will remain in our memories for a very long time.


The climax came in the final duet with Brünnhilde, particularly at the famous words “Leuchtende Liebe, lachender Tod!”, one of the most demanding passages in the entire Ring, where tenor and soprano must bring the opera to its conclusion with maximum intensity, speed and vocal power.


What Bruns achieved here was extraordinary. I have not heard such a convincing conclusion to Siegfried in a very long time.


His performance alone makes this evening worth remembering. Benjamin Bruns, through his outstanding achievement, saved an otherwise disgraceful production.


His Siegfried was not only vocally impressive but also distinguished by remarkable musicality, a finely developed sense of phrasing and exceptional lyrical beauty. Above all, the brilliance of his upper register, which unfolded with ever-increasing dramatic intensity, made this interpretation a truly memorable event.



Alongside him, Simone Schneider delivered a thoroughly convincing Brünnhilde. Her interpretation was characterised by considerable vocal power, brilliant high notes and an altogether solid performance. We look forward to hearing how her Brünnhilde develops in Götterdämmerung, where her interpretation can be assessed more fully.

Among the outstanding singers of the evening was undoubtedly Nicholas Brownlee as the Wanderer.


Brownlee is developing into one of the most important Wotan interpreters of our time. Those who have heard him on numerous occasions in concerts and other musical settings know that he is capable of achieving even more. His potential is far from exhausted. Nevertheless, his performance yesterday was wonderful.


His vocal authority, the power of his characterisation and the quality of his singing made him one of the most impressive presences of the evening. One can only look forward with great anticipation to seeing how his interpretation of this monumental Wagnerian role continues to develop.


No less impressive was Georg Nigl as Alberich. His was a guttural, powerful and extraordinarily commanding voice, meeting the demands of the role in every respect. His interpretation was flawless and undoubtedly ranks among the finest Alberich performances I have heard in a Siegfried in recent years.


Matthias Klink, as Mime, also delivered a highly respectable performance. His voice may not be ideally suited to the role, since it occasionally lacks projection and sheer power. Nevertheless, the tenor managed to assert himself against the orchestra, give the character a convincing dramatic identity and create an altogether well-rounded and noteworthy Mime.

Timo Riihonen also deserves explicit recognition for his Fafner. Although the role is relatively short, he sang it with great care and to a notably high standard.


Equally convincing was Wiebke Lehmkuhl as Erda, bringing a richly coloured, powerful voice and an impressive stage presence to the role. Her interpretation gave the character the vocal authority demanded by this brief but significant appearance.


A particularly welcome surprise came from Leo Eisenreich, a soloist of the Tölzer Knabenchor, as the Voice of the Woodbird. Here was a promising young singer whose extraordinarily beautiful vocal production, careful phrasing and remarkable tonal beauty immediately attracted attention. A performance deserving of special recognition.



Unfortunately, the orchestral side of the evening stood in painful contrast to the outstanding achievements of several of the singers.

Vladimir Jurowski’s musical direction was disappointing. His interpretation possessed neither the necessary energy nor the inner tension and dramatic force that Wagner’s Siegfried demands.


There was a lack of contrast, musical breadth and any convincing shaping of the great dramatic arcs. Much of the performance sounded cold, detached and strangely lacking in strength. Jurowski failed to give the work the overwhelming musical dimension that it should possess.


To this must be added an extremely erratic approach to tempo. Time and again, one had the impression that the tempi were not truly under control and that the necessary cohesion between orchestra and conductor was missing.


The result was an interpretation lacking Wagnerian grandeur and dramatic conviction.

Even more serious, however, was the poor performance of the Bavarian State Orchestra. One has every right to expect considerably more from an orchestra of this calibre.

The brass section, in particular, had a decidedly unfortunate evening. There were repeated and clearly audible intonation problems, the various sections sounded unbalanced, and rhythmic precision was lacking at several points. The ensemble was also repeatedly problematic, creating the impression that different parts of the orchestra were not even playing at the same tempo.


Such mistakes are simply unacceptable from an orchestra of the standing of the Bavarian State Opera.


All the more astonishing, therefore, was the enthusiastic applause with which the audience greeted this musical performance. Apart from a few isolated boos, the orchestra received an almost ecstatic reception, despite having delivered one of its weakest evenings.

One can only hope that these performances will improve considerably over the coming days.


So what remains of this Munich Siegfried?

A production by Tobias Kratzer that consists of a succession of questionable ideas, disregards Wagner’s libretto and repeatedly gives the impression that provocation matters more than any serious engagement with the work.


A musical interpretation under Vladimir Jurowski that lacked energy, dramatic tension and convincing control of tempo, together with a Bavarian State Orchestra that performed far below its capabilities.


And finally, an audience whose enthusiasm for these theatrical trivialities, and whose astonishing indulgence towards the orchestral shortcomings, were almost impossible to understand.


Yet there was also an extraordinary Benjamin Bruns, whose Siegfried was one of the most remarkable Wagnerian interpretations of recent years. Alongside him stood a wonderful Nicholas Brownlee, an outstanding Georg Nigl and several other highly convincing vocal performances.


Bruns demonstrated that Siegfried does not need to be sung through constant shouting. He revealed just how much lyrical beauty, musical intelligence and dramatic power this role can contain when a singer knows how to employ his voice with such mastery.

His final duet will remain in my memory for a very long time.


Benjamin Bruns was the great triumph of the evening. He alone saved a Siegfried whose staging and orchestral execution did little credit to the Bavarian State Opera in Munich.


Dr. Eloi de Tera

Director of Lohengrin Magazine

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